„Schuld sind immer die anderen.“ So scheint es jedenfalls oft. Die Psychologin Dr. Doris Wolf schreibt treffend: „Schuldzuweisungen sind reine Zeitverschwendung. Egal, wie viele Fehler du bei anderen findest und wie sehr du sie beschuldigst – es wird dich nicht verändern.“ Wie wahr! Es ist viel einfacher, auf andere zu zeigen, als den Blick auf das eigene Herz zu richten.
Genau dazu fordert uns die Bibel heraus. Paulus schreibt: „Denn alle Menschen haben gesündigt und das Leben in der Herrlichkeit Gottes verloren“ (Römer 3,23). Sünde bedeutet ganz einfach: Wir verletzen andere Menschen, wir verletzen uns selbst, wir verletzen die Beziehung zu Gott.
Gestern haben wir gesehen, was das bedeutet: Sünde trennt uns von Gott. Deshalb sagt Jesus: „Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.“ (Matthäus 5,6)
Doch wie werden wir gerecht? Gestern lautete die erste Antwort: Nicht durch unsere eigene Leistung. Heute kommt der zweite entscheidende Schritt: Ich werde gerecht, indem ich im Glauben annehme, was Jesus bereits für mich getan hat.
Paulus schreibt: „Wir werden von Gott gerecht gesprochen, indem wir an Jesus Christus glauben.“ (Römer 3,22) Und weiter: „Gott machte Christus, der nie gesündigt hat, zum Opfer für unsere Sünden, damit wir durch ihn vor Gott gerecht werden können.“ (2. Korinther 5,21)
Das Evangelium ist deshalb keine Aufforderung, sich mehr anzustrengen. Es ist eine Einladung, ein Geschenk anzunehmen. Ein Geschenk verändert allerdings nur den, der es auspackt.
Gott drängt sich niemandem auf. Er lädt ein. Er schenkt Vergebung, Gnade und einen Neuanfang. Aber er zwingt niemanden dazu, dieses Geschenk anzunehmen. Genau darin unterscheidet sich das Evangelium von jeder Religion, die den Menschen durch eigene Leistung zu Gott führen will. Vereinfacht könnte man sagen:
Religion sagt: „Tu!“ Jesus sagt: „Getan!“ Am Kreuz von Golgatha hat er alles vollbracht, was nötig ist, damit wir mit Gott versöhnt werden können. Vielleicht denkst du: Das weiß ich doch längst. Dann möchte ich dir eine andere Frage stellen: Lebe ich auch danach?
Hunger nach Gottes Gerechtigkeit bedeutet nicht nur, einmal Christ zu werden. Es bedeutet, täglich mit offenen Händen vor Gott zu stehen, Schuld ehrlich zu bekennen, Vergebung anzunehmen und ihn zu bitten, mein Herz zu verändern.
Wer so lebt, wird erleben, was Jesus verspricht: Gottes Gnade macht nicht nur frei – sie macht auch satt. Und genau danach sehnt sich unser Herz.
Herausforderung für heute: Nimm dir heute fünf Minuten Zeit und frage Gott ganz ehrlich: „Gibt es etwas in meinem Leben, das ich dir neu bringen sollte?“ Dann werde still, höre hin und vertraue darauf, dass Gottes Gnade größer ist als deine Schuld.
Sei gesegnet!
„Der größte Fehler, den wir machen können, ist zu glauben, wir müssten alles allein schaffen.“ — Carl Rogers


