Gartenarbeit

Liebe verändert

Jürgen Ferrary
10. Juli 2026

Vor einigen Jahren schickte mich meine Gemeinde zu einer Schulung nach München. Dort lernte ich eine Aktion kennen, die mich bis heute bewegt: „Love Changes“ – Liebe verändert. Die Idee war verblüffend einfach.

Wir gingen in kleinen Teams durch die Stadt, verteilten guten Kaffee und Gebäck und begegneten Menschen mit echter Freundlichkeit. Nicht, um Werbung für unsere Gemeinde zu machen. Nicht, um jemanden zu überzeugen. Sondern einfach, um Gottes Liebe praktisch sichtbar werden zu lassen.

Diese Erfahrung hat mich verändert.

Als ich frisch Christ geworden war, besuchte ich eine Gemeinde, in der Regeln eine große Rolle spielten. Vieles davon war gut gemeint und biblisch begründet. Aber mit etwas Abstand merke ich heute: Manchmal fehlte etwas Entscheidendes.

Die Liebe. Genau darüber spricht Jesus immer wieder. Paulus bringt es später auf den Punkt: „Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Darum ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.“ (Römer 13,10)

Liebe ersetzt Gottes Gebote nicht. Aber sie erfüllt ihren eigentlichen Sinn. Das wird in Matthäus 12 deutlich. Die Jünger pflücken am Sabbat Ähren, weil sie Hunger haben. Sofort empören sich die Pharisäer. Jesus antwortet: „Wenn ihr verstanden hättet, was das bedeutet: ›Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer‹, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt.“ (Matthäus 12,7)

Jesus macht damit nicht den Sabbat unwichtig. Er zeigt vielmehr, dass Gottes Gebote niemals gegen den Menschen gerichtet sind. Wo Regeln wichtiger werden als Menschen, haben wir Gottes Herz nicht verstanden.

Denn Regeln verändern selten ein Herz. Liebe schon. Genau das hat Jesus vorgelebt. Er ging zu Zöllnern. Zu Prostituierten. Zu Betrügern. Zu Menschen, die andere längst aufgegeben hatten. Er verharmloste ihre Schuld nicht.

Aber seine Liebe war immer größer als ihre Vergangenheit. Und genau diese Liebe führte Menschen zur Umkehr. So hat Jesus auch uns begegnet. Er wartete nicht, bis wir alles richtig machten.

Er liebte uns zuerst. Seine Liebe führte ihn sogar ans Kreuz – für genau die Menschen, die ihn ablehnten. Wenn wir barmherzig leben wollen, dann beginnt alles hier: Nicht zuerst mit besseren Argumenten. Nicht mit strengeren Regeln.

Sondern mit einer Liebe, die Menschen sieht, ihnen dient und sie auf Jesus hinweist. Denn Liebe verändert. Damals. Heute. Und auch morgen.

Herausforderung für heute: Suche dir heute ganz bewusst einen Menschen aus, dem du ohne Hintergedanken etwas Gutes tust. Vielleicht eine kleine Aufmerksamkeit, ein ehrliches Gespräch oder praktische Hilfe. Tu es nicht, weil der Mensch es verdient hat, sondern weil Jesus dir genau so begegnet ist. 

Sei gesegnet!

„Zu wissen, was richtig ist, reicht nicht. Man muss das Richtige auch tun.“ – Eleanor Roosevelt

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