Hirten sehen den Stall und den leuchtenden Stern

Frieden beginnt nicht draußen – Frieden beginnt in dir

Jürgen Ferrary
24. Dezember 2025

Während ich diese Zeilen schreibe, wird mir neu bewusst, wie beschenkt ich bin. Ich habe eine wunderbare Familie, ein Dach über dem Kopf, genug zum Leben und viele Gründe zur Dankbarkeit. Das ist alles andere als selbstverständlich. Ich kenne Menschen, die dieses Weihnachten einsam sind. Menschen, denen Trauer wie eine schwere Last die Luft zum Atmen nimmt. Menschen, deren Sorgen so groß sind, dass sie einfach nur hoffen, dass die Tage irgendwie vorbeigehen.

Und dann gibt es Familien, in denen ausgerechnet am „Fest der Liebe“ Streit, Kälte und alte Verletzungen hochkochen.

Ich war noch sehr klein – vielleicht fünf oder sechs Jahre alt –, als bei uns im Streit der Weihnachtsbaum aus dem Fenster flog. Ich erinnere mich noch genau daran, wie wir Kinder die Treppe hinunterrannten, um zu sehen, was noch zu retten war. Es war der Tag, an dem mein Vater unsere Familie verließ. Und nichts wurde danach leichter. Dieses Weihnachten hat mein Leben geprägt – und nicht zum Guten.

Wenn ich heute die Weihnachtsgeschichte lese, dann berührt mich eine Botschaft ganz besonders. Sie wird von Engeln gesungen und hat bis heute eine enorme Sprengkraft: „Ehre sei Gott im höchsten Himmel und Frieden auf Erden für alle Menschen, an denen Gott Gefallen hat“ (Lukas 2,14).

Wir kennen diesen Satz gut. Vielleicht zu gut. Aber er ist alles andere als harmlos. Denn er sagt: Frieden ist möglich. Nicht irgendwann. Nicht nur im Himmel. Sondern hier. Für Menschen wie dich und mich.

Jesus wird in der Bibel der „Friedefürst“ genannt. Viele hatten damals – und haben es bis heute – gehofft, dass er mit Macht und Gewalt allen Streit, allen Krieg und allen Hass beendet. Aber so funktioniert Gott nicht. Er zwingt keinen Frieden auf.

Der Frieden, den Jesus bringt, ist tiefer. Er beginnt nicht auf den Schlachtfeldern dieser Welt, sondern in unseren Herzen. Jesus sagt selbst: „Ich lasse euch ein Geschenk zurück – meinen Frieden. Und der Friede, den ich schenke, ist nicht wie der Friede, den die Welt gibt“ (Johannes 14,27).

Dieser Frieden ist kein oberflächlicher Waffenstillstand. Er ist ein innerer Halt. Eine Ruhe, die bleibt, auch wenn außen alles tobt. Ein Frieden, der heilt, wo Beziehungen zerbrochen sind. Der tröstet, wo Erinnerungen schmerzen. Der Hoffnung schenkt, wo alles verloren scheint.

Die Botschaft der Engel beim ersten Weihnachten lautet bis heute: Frieden ist möglich.
Die Frage ist nicht, ob Gott ihn geben will. Die Frage ist: Sind wir bereit, ihn anzunehmen?
Sind wir bereit, uns von Jesus berühren, verändern und neu ausrichten zu lassen?

Herausforderung für heute: Wähle für diese Woche einen Menschen aus – eine Freundin, einen Freund, jemanden aus deiner Familie. Schicke dieser Person jeden Tag den Vers aus Lukas 2,14. Lass dabei im Laufe der Woche einzelne Wörter weg und fordere euch gegenseitig heraus, den Vers auswendig zu ergänzen. Nutze diese Übung, um dir einzuprägen: Frieden ist ein Geschenk Gottes – auch für mich.

Sei gesegnet!

„Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg“ (Dietrich Bonhoeffer).

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