Vor einigen Jahren besuchte ich eine Gemeinde, in deren Eingangsbereich die Gemeindewerte hingen. Einer davon lautete: Exzellenz. Daneben stand ein Satz, den ich nie vergessen habe: „Wir wollen in allem den Gott widerspiegeln, dem wir dienen.“ Zuerst war ich irritiert.
Ich dachte: Perfekt ist doch niemand. Dann wurde mir klar: Exzellenz und Perfektion sind nicht dasselbe. Perfektion bedeutet, keine Fehler zu machen. Exzellenz bedeutet, Gott mit dem Besten zu dienen, was ich heute geben kann.
Das hat mich bis heute geprägt. Denn genau darum geht es auch bei Integrität. In den vergangenen Tagen haben wir gesehen, dass Integrität bedeutet, ehrlich zu sein, sein Wort zu halten, nicht zu lästern und keine Maske zu tragen.
Die Bibel nennt aber noch viele weitere Bereiche. Psalm 15 zeigt zum Beispiel, dass Integrität auch unseren Umgang mit Geld, Besitz und Verantwortung betrifft.
Bin ich nur Verwalter dessen, was Gott mir anvertraut hat? Oder dreht sich am Ende alles nur um „mein Schatz“, wie bei Gollum im Herrn der Ringe?
Rick Warren beschreibt Integrität unter anderem so: Ein Mensch mit Integrität hält seine Versprechen. Er geht verantwortungsvoll mit seinem Geld um. Er verbreitet keine Gerüchte. Er arbeitet zuverlässig. Und er ist überall derselbe Mensch.
All diese Punkte lassen sich in einem einzigen Bibelvers zusammenfassen: „Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als für den Herrn und nicht für Menschen.“ (Kolosser 3,23)
Ich liebe diesen Vers. Er verändert meinen Blick auf den Alltag. Wenn ich arbeite, arbeite ich nicht nur für meinen Chef. Ich arbeite für Jesus. Wenn ich einkaufen gehe, begegne ich nicht nur einer Verkäuferin. Ich begegne einem Menschen, den Gott liebt.
Wenn ich meine Kinder erziehe, dann möchte ich so handeln, dass Jesus Freude daran hat. Und wenn ich mit Geld umgehe, frage ich nicht zuerst: „Was will ich?“, sondern: „Wie würde Jesus mit dem umgehen, was er mir anvertraut hat?“
Genau das ist Exzellenz. Nicht fehlerlos zu sein. Sondern Gott in jedem Bereich unseres Lebens widerzuspiegeln. Wie gelingt das?
Der Psalmist gibt eine erstaunlich einfache Antwort: „Wie kann ein junger Mensch sein Leben rein bewahren? Indem er sich nach deinem Wort richtet.“ (Psalm 119,9)
Gottes Wort zeigt uns den Maßstab. Und der Heilige Geist schenkt uns die Kraft, danach zu leben. Jeden Tag ein kleines Stück mehr.
Herausforderung für heute: Überlege heute: In welchem Bereich meines Lebens gebe ich mich mit Mittelmaß zufrieden? Wähle einen konkreten Bereich – Familie, Beruf, Sprache oder Umgang mit Geld – und frage dich: Wie sähe es aus, wenn ich das heute so tun würde, als würde ich es direkt für Jesus tun?
Sei gesegnet!
„Wir sind das, was wir immer wieder tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Tat, sondern eine Gewohnheit.“ – Will Durant (oft Aristoteles zugeschrieben)

