Wer mich kennt, weiß: Ich glaube fest an das biblische Prinzip von Saat und Ernte. Du kannst nur ernten, was du vorher gesät hast. Und das Faszinierende ist: Aus einem einzigen Samen entsteht oft eine vielfache Ernte.
Nimm eine Tomate. Aus einem kleinen Samen wächst nicht nur eine neue Tomate, sondern eine Pflanze mit vielen Früchten – und jede Frucht enthält wieder unzählige neue Samen. Genau dieses Prinzip gilt auch für unser Leben.
Wenn du Freundlichkeit säst, wächst Freundlichkeit. Wenn du Großzügigkeit säst, entsteht Großzügigkeit. Wenn du dagegen Lügen, Bitterkeit oder Lästereien aussäst, werden auch sie Früchte tragen. Und genauso ist es mit Konflikten.
Wer Streit sät, erntet selten nur einen Streit. Konflikte vermehren sich. Sie belasten Beziehungen, vergiften Familien und hinterlassen oft Verletzungen, die jahrelang nachwirken.
Deshalb sagt Jesus in der Bergpredigt:„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9)
Frieden fällt nicht vom Himmel. Frieden wird gestiftet. Das ist aktiv. Ein Friedensstifter wartet nicht darauf, dass der andere den ersten Schritt macht – er beginnt selbst.
Jakobus schreibt: „Nur wer selbst Frieden stiftet, wird die Gerechtigkeit ernten, die dort aufgeht, wo Frieden herrscht.“ (Jakobus 3,18). Frieden ist also eine Saat. Wer sie aussät, wird eine gute Ernte erleben – auch wenn sie manchmal Zeit braucht.
Doch genau hier beginnt unser Problem. Wenn uns jemand verletzt hat, möchten wir lieber gewinnen als versöhnen. Unser Stolz sagt: „Der andere soll zuerst kommen.“ Jesus sagt etwas anderes.
Mitten in der Bergpredigt fordert er seine Zuhörer auf: „Geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder“ (Matthäus 5,24). Bemerkenswert ist: Jesus fragt gar nicht, wer angefangen hat. Er sagt nicht: „Wenn du schuld bist …“
Er sagt einfach: „Geh.“ Ich gebe zu: Das fällt mir nicht leicht. Frag meine Frau – sie könnte dir vermutlich einige Geschichten erzählen. Warum ist das so schwer? Weil wir Angst haben. Angst vor Ablehnung.
Angst davor, das Gesicht zu verlieren. Angst, verletzt zu werden. Oder – Hand aufs Herz – schon der Satz: „Wir müssen reden.“ lässt manchen von uns innerlich zusammenzucken.
Doch ungelöste Konflikte verschwinden nicht von allein. Sie wachsen. Genau deshalb ruft Jesus uns dazu auf, Friedensstifter zu sein. Jeder Schritt auf Versöhnung ist ein Same, den Gott wachsen lassen kann.
Herausforderung für heute: Gibt es einen Menschen, mit dem du im Unfrieden lebst? Dann warte nicht länger darauf, dass der andere den ersten Schritt macht. Bitte Gott heute um Mut und Weisheit. Und wenn es möglich ist, greif zum Telefon, schreibe eine Nachricht oder vereinbare ein Gespräch.
Vielleicht wird nicht sofort alles gut. Aber du hast den ersten Samen des Friedens gesät.
Sei gesegnet!
„Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst.“ – Ambrose Redmoon


