Friedenstaube -und betende Hände

Frieden beginnt bei dir

Jürgen Ferrary
16. Juli 2026

Unser Sohn kommt nach den Sommerferien in die 10. Klasse. Im Moment steckt er – wie viele Jugendliche in seinem Alter – in einem echten Motivationsloch. Immer wieder stellt er dieselbe Frage:„Wofür brauche ich das später überhaupt?“ Und ehrlich gesagt: Bei manchen Schulfächern kann ich ihn verstehen. Die Schule bringt uns vieles bei. Aber einige der wichtigsten Dinge fürs Leben lernen wir dort nicht.

Zum Beispiel, wie man Konflikte gesund löst. Wie oft geraten Menschen aneinander – in der Ehe, in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde oder unter Freunden – und niemand hat ihnen beigebracht, wie man damit gut umgeht.

Ich selbst bin übrigens auch kein Held in diesem Bereich. Wenn ich meinen Kindern sage: „Jetzt vertragt euch!“, kam schon die ehrliche Antwort: „So wie du und Mama?“ Autsch.

Konflikte gehören zum Leben. Überall dort, wo unperfekte Menschen aufeinandertreffen, entstehen Reibungspunkte. Die Frage ist also nicht, ob wir Konflikte haben. Die Frage ist, wie wir mit ihnen umgehen.

Manche fliehen vor jedem Streit. Andere geben immer nach, nur damit endlich Ruhe ist. Wieder andere schlagen sofort zurück. Keine dieser Reaktionen führt zu echtem Frieden. Deshalb sagt Jesus in der Bergpredigt: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Matthäus 5,9).

Auffällig ist: Jesus sagt nicht: „Selig sind die, die Konflikte vermeiden.“ Er spricht von Menschen, die Frieden schaffen. Das kostet Mut. Denn echter Friede entsteht nicht dadurch, dass wir Probleme unter den Teppich kehren. Er entsteht, wenn wir sie liebevoll und ehrlich angehen.

Warum ist das so wichtig? Weil ungelöste Konflikte unser Herz verändern. Sie belasten unsere Gemeinschaft mit Gott. Sie stehen unserem Gebetsleben im Weg. Und sie rauben uns die Freude.

Du kannst beruflich erfolgreich sein, Geld besitzen oder Anerkennung bekommen. Wenn deine wichtigsten Beziehungen aber zerbrechen, bleibt eine tiefe Leere. Deshalb nimmt Jesus dieses Thema so ernst.

Frieden zu stiften gehört zu den schönsten Kennzeichen eines Menschen, der ihm nachfolgt. In den nächsten Tagen wollen wir gemeinsam entdecken, wie wir das ganz praktisch lernen können.

Herausforderung für heute: Gibt es einen Konflikt, den du schon lange mit dir herumträgst? Dann geh heute den ersten Schritt. Nicht unbedingt sofort auf den anderen Menschen zu – aber auf Gott. Sprich mit ihm ehrlich über deine Verletzung. Bitte ihn, dein Herz weich zu machen und dir zu zeigen, welcher nächste Schritt möglich ist.

Jeder große Frieden beginnt mit einem kleinen ersten Schritt.

Sei gesegnet!

„Frieden ist nicht die Abwesenheit von Konflikten, sondern die Fähigkeit, mit ihnen umzugehen.“ – Ronald Reagan

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