Familie geht spazieren

Wenn Schmerz dich verändert

Jürgen Ferrary
21. Juni 2026

Jesus verspricht: „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden“ (Matthäus 5,4). In den vergangenen Tagen haben wir gesehen, wie Gott Trauernde tröstet: Er zieht sie nah an sein Vaterherz, leidet mit ihnen und schenkt ihnen Menschen, die ihre Last mittragen.

Heute kommt ein vierter Gedanke dazu. Gott kann Zeiten der Trauer gebrauchen, um uns wachsen zu lassen. Ich kenne das aus meinem eigenen Leben. Wenn ich ehrlich bin, haben mich die größten Wunder oft begeistert.

Aber verändert haben mich meistens die schwersten Zeiten. Nicht weil Leid gut wäre. Sondern weil Gott selbst das Schwerste gebrauchen kann, um unser Herz zu formen.

Erstens: Schmerz richtet unseren Blick neu auf Gott.

C. S. Lewis schrieb einmal: „Gott flüstert in unseren Freuden, spricht in unserem Gewissen, aber er ruft laut in unserem Schmerz.“ Nicht jeder Schmerz kommt von Gott. Aber kein Schmerz ist für Gott verloren.

Er kann selbst Leid gebrauchen, um unsere Aufmerksamkeit neu auf ihn zu lenken. Wie Gold im Feuer geläutert wird, formt Gott oft gerade in schweren Zeiten unseren Charakter.

Zweitens: Gott kann aus Bösem Gutes entstehen lassen.

Paulus schreibt: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten dienen“ (Römer 8,28). Beachte, was dort nicht steht. Dort steht nicht, dass alles gut ist. Krankheit ist nicht gut. Tod ist nicht gut. Ungerechtigkeit ist nicht gut.

Aber Gott ist so groß, dass er sogar aus den dunkelsten Kapiteln unseres Lebens etwas Gutes wachsen lassen kann. Pastor Rick Warren, sagte einmal sinngemäß, nachdem er seinen Sohn verloren hatte: Du kannst nicht immer entscheiden, welchen Schmerz du erlebst. Aber du kannst entscheiden, ob dieser Schmerz dich bitter oder besser macht.

Dieser Gedanke bewegt mich.

Drittens: Gott bereitet uns auf die Ewigkeit vor.

Paulus schreibt: „Unsere jetzigen Sorgen und Schwierigkeiten … bewirken in uns eine unermesslich große Herrlichkeit, die ewig andauern wird.“ (2. Korinther 4,17-18)

Als Christen trauern wir. Aber wir trauern anders. Nicht ohne Hoffnung. Wir wissen: Leid hat nicht das letzte Wort. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Trauer hat nicht das letzte Wort. Jesus hat das letzte Wort.

Deshalb dürfen wir mit einer Hoffnung leben, die über dieses Leben hinausgeht. Vielleicht leben wir siebzig, achtzig oder neunzig Jahre. Und dann? Dann wartet unser Vater auf uns.

Diese Hoffnung verändert den Blick auf unsere Gegenwart. Gott interessiert sich nicht zuerst dafür, wie erfolgreich, reich oder angesehen wir einmal waren. Er interessiert sich dafür, wer wir geworden sind.

Deshalb können selbst schwere Zeiten zu Orten werden, an denen Gott unser Herz verändert. Nicht weil das Leid gut wäre. Sondern weil Gott gut ist.

Kleine Herausforderung: Gibt es einen Schmerz in deinem Leben, den du bisher nur als Hindernis gesehen hast? Bitte Gott heute nicht zuerst darum, ihn wegzunehmen. Frage ihn stattdessen:„Herr, was möchtest du mir gerade in dieser Situation zeigen? Und wie möchtest du mein Herz dadurch verändern?“

Vielleicht beginnt genau dort Wachstum.

Sei gesegnet!

„Die tiefsten Täler bringen oft den weitesten Blick.“ – Václav Havel

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