„If things don’t go right – go left!“ Englischsprachige Freunde von uns benutzen diesen kleinen Spruch gerne. Wörtlich lässt er sich kaum übersetzen. Sinngemäß bedeutet er: Wenn etwas nicht funktioniert, probier es anders.
Eigentlich ein guter Lebensrat. Denn niemand verrennt sich gerne. Niemand geht gerne denselben mühsamen Weg zurück, weil er merkt: Ich bin falsch abgebogen. Und wenn das Kind erst einmal im Brunnen liegt, wünschen wir uns oft jemanden, der uns vorher gewarnt hätte.
David beschreibt im Psalm 23 genau so jemanden: einen, der den Weg kennt. „Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen“ (Psalm 23,3).
David benutzt das Bild eines Hirten. Und das passt erstaunlich gut. Schafe sind keine geborenen Orientierungskünstler. Sie können sich leicht verirren und finden allein oft nicht zurück. Deshalb brauchen sie einen Hirten, der den Überblick hat und sie führt.
Auch wir stehen jeden Tag vor Entscheidungen. Manche sind völlig nebensächlich. Andere können unser Leben verändern:
Welchen Beruf soll ich wählen? Welche Beziehung tut mir gut? Wo soll ich leben? Wie gehe ich mit einem Konflikt um? Was soll in meinem Leben wirklich Priorität haben? Und manchmal wünschen wir uns von Gott am liebsten einen detaillierten Lebensplan: Gott, sag mir einfach genau, was ich tun soll!
Doch Gott gibt uns häufig nicht den kompletten Fahrplan. Er gibt uns etwas Wertvolleres: sich selbst. Salomo schreibt: „Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; gedenke an ihn auf allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen“ (Sprüche 3,5–6).
Das bedeutet nicht, dass wir unseren Verstand ausschalten sollen. Im Gegenteil: Beten, nachdenken, Informationen sammeln, Rat suchen und Entscheidungen abwägen gehört dazu. Aber wir erkennen dabei an: Meine Sicht ist begrenzt. Gottes Sicht ist größer.
Wie führt Gott uns? Zuerst durch sein Wort: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“ (Psalm 119,105). Und Er führt uns durch den Heiligen Geist, der uns an Gottes Wahrheit erinnert und uns Weisheit schenkt. Und manchmal gebraucht er andere Menschen, die uns ehrlich, liebevoll und weise beraten.
Vor allem aber führt Jesus uns in eine Beziehung mit sich. Er sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir“ (Johannes 10,27). Das ist vielleicht das Entscheidende: Schafe folgen dem Hirten nicht, weil sie den Weg kennen. Sie folgen ihm, weil sie den Hirten kennen.
Was für ein starkes Bild für unser Leben! Du musst nicht heute schon wissen, wo du in fünf Jahren stehen wirst. Du musst nicht jede Kurve kennen. Du musst nicht alle Antworten haben. Du musst den kennen, der den Weg kennt.
Vielleicht stehst du gerade vor einer Entscheidung. Vielleicht bist du sogar schon falsch abgebogen. Dann ist es nicht zu spät. Der gute Hirte ist nicht nur am Ziel. Er geht mit dir – auch zurück, wenn ein Umweg nötig ist.
Herausforderung für heute: Gibt es gerade eine Entscheidung, bei der du nicht weiterweißt? Dann versuche heute nicht zuerst, alle Antworten zu finden. Geh mit dieser Frage zu Jesus. Bitte ihn um Weisheit. Lies sein Wort. Höre hin. Rede mit einem reifen Christen darüber. Und dann geh den nächsten Schritt, den du im Vertrauen erkennen kannst.
Du musst nicht den ganzen Weg kennen. Es reicht, wenn du dem Hirten vertraust, der ihn kennt.
Sei gesegnet!
„Vertrauen heißt, den ersten Schritt zu tun, auch wenn man die ganze Treppe noch nicht sieht.“ – Martin Luther King Jr.


