Kennst du das Gefühl, wenn du etwas Neues entdeckst und plötzlich gar nicht genug davon bekommen kannst? So ging es mir, als ich meine ersten Schritte im Glauben machte. Alles war neu: die Bibel, Jesus, Gebet, Gemeinde, Gottesdienst. Ich wollte verstehen, lernen und entdecken.
Und weil ich keine Ahnung hatte, habe ich mich stark auf Menschen verlassen, die schon länger mit Jesus unterwegs waren. Das war gut. Und gleichzeitig gefährlich. Denn irgendwann merkte ich: Ich kann meinen Glauben auf Menschen bauen – oder auf Christus.
Ein Erlebnis ist mir dabei besonders hängen geblieben. Ich besuchte eine Gemeindebibelschule. Eigentlich eine richtig gute Sache. Ich habe bis heute meinen A4-Hefter und vieles von dem, was ich dort gelernt habe, gehört noch immer zum Fundament meines Glaubens.
Dann kam das Thema Heiliger Geist. Der Vortrag war spannend, das Skript ausführlich, die Bibelstellen zahlreich. Ich dachte: Jetzt bekomme ich Antworten! Und dann sagte der Referent am Ende einen Satz, der mich ziemlich umgehauen hat: „Das meiste von dem, was wir heute gelernt haben, praktizieren wir in unserer Gemeinde nicht.“
Plötzlich hatte ich mehr Fragen als vorher. Wo finde ich heraus, was wirklich stimmt? Ich suchte Antworten bei Menschen. Ich las Bücher, führte Gespräche, hörte Predigten. Alles wertvoll. Aber irgendwann merkte ich: Ich war viel zu spät an die eigentliche Quelle gegangen: zur Bibel und ins Gebet.
Paulus schreibt in Kolosser 2,8: „Gebt acht, dass euch niemand in die Falle lockt! Weder durch seine Philosophie noch durch falsche Lehren, die nur auf menschlicher Überlieferung beruhe. Ihre Grundlage sind die Elemente dieser Welt – und nicht Christus!“
Und wenige Verse vorher beschreibt er, wie unser Glaube aussehen soll: „… verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben … und voller Dankbarkeit“ (Kolosser 2,7).
Das Bild gefällt mir: Ein Baum wird nicht dadurch stabil, dass er möglichst viele Äste hat, sondern dadurch, dass seine Wurzeln tief reichen. Auch unser Glaube braucht Wurzeln.
Menschen können uns helfen. Predigten können uns inspirieren. Bücher können uns zum Nachdenken bringen. Gemeinden können uns prägen. Aber kein Mensch darf die Stelle von Christus einnehmen.
Denn irgendwann werden Menschen enttäuschen. Meinungen verändern sich. Trends kommen und gehen. Politische Überzeugungen wechseln. Kulturelle Vorstellungen verändern sich. Und manchmal schleichen sich auch religiöse Ideen ein, die gut klingen, aber Christus aus dem Zentrum schieben.
Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht: „Wer sagt das?“ Sondern: „Was sagt Jesus?“ Je tiefer wir in Christus verwurzelt sind, desto weniger leicht werden wir von jeder neuen Idee hin- und hergerissen.
Und vielleicht ist genau das deine Herausforderung für heute: Frage dich heute einmal ehrlich folgendes:
1. Was sind die Vorteile, wenn man in Jesus verwurzelt bleibt?
2. Welche Rolle spielt die Dankbarkeit dabei, in Jesus verwurzelt zu bleiben (vielleicht erinnerst du dich an die gestrige Andacht)?
3. Paulus war besorgt über den Einfluss der griechischen Philosophie auf seine ursprüngliche Zuhörerschaft. Was könnte heute ein vergleichbares, in eine Sackgasse führendes System religiöser Überzeugungen sein?
Sei gesegnet!
„Wer immer nur anderen Menschen folgt, wird niemals herausfinden, wohin er selbst gehen will.“ – unbekannt


