Kennst du Menschen, die absolut überzeugt sind, recht zu haben? Sie diskutieren, verteidigen ihre Meinung und lassen sich von niemandem etwas sagen. Vielleicht kennst du das auch von dir selbst. Wir alle haben unsere Vorstellungen davon, wie die Welt funktioniert, was richtig ist und wie Gott zu handeln hat. Doch was passiert, wenn wir feststellen müssen, dass wir uns geirrt haben?
Saulus war so ein Mensch. Er war überzeugt, Gott zu dienen, indem er die Christen verfolgte. Er glaubte, auf der richtigen Seite zu stehen. In Apostelgeschichte 9,3–4 lesen wir: „Und als er auf dem Weg war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme.“ Es war Jesus, dem Saulus begegnete. Der Mann, der bisher andere zur Umkehr zwingen wollte, musste plötzlich selbst umdenken. Er verlor sein Augenlicht und war darauf angewiesen, dass andere ihn an die Hand nahmen.
Was für eine Veränderung! Saulus, der alles im Griff zu haben glaubte, konnte plötzlich nicht einmal mehr allein seinen Weg finden. Drei Tage lang war er blind. Doch während seine Augen geschlossen waren, begann sich sein Leben grundlegend zu verändern. Aus dem Verfolger wurde später Paulus, ein leidenschaftlicher Zeuge für Jesus.
Manchmal sind wir ähnlich wie Saulus. Wir haben uns eine Meinung gebildet, einen Weg zurechtgelegt und sind überzeugt, alles richtig zu machen. Vielleicht betrifft das unseren Umgang mit anderen Menschen, unsere Vorstellungen von Erfolg oder sogar unseren Glauben. Wir bitten Gott um seinen Segen für unsere Pläne, ohne jemals zu fragen, ob unsere Pläne überhaupt zu ihm passen.
Eine Begegnung mit Jesus bestätigt nicht immer deinen bisherigen Weg. Manchmal schenkt sie dir einen völlig neuen.
Das kann zunächst unangenehm sein. Denn Umdenken bedeutet, zuzugeben, dass wir uns geirrt haben. Es bedeutet, alte Überzeugungen zu überprüfen und uns führen zu lassen, statt immer selbst bestimmen zu wollen. Aber genau darin liegt eine große Chance. Wenn wir Jesus wirklich vertrauen, müssen wir nicht krampfhaft an unserem bisherigen Bild festhalten. Wir dürfen lernen, die Welt mit seinen Augen zu sehen.
Jesus ließ Saulus nicht blind zurück. Er schickte Ananias zu ihm, der für ihn betete. Apostelgeschichte 9,18 berichtet: „Im gleichen Augenblick fiel es Saulus wie Schuppen von den Augen, und er konnte wieder sehen. Da stand er auf und ließ sich taufen.“ Saulus bekam sein Augenlicht zurück – und zugleich eine neue Perspektive auf sein Leben.
Vielleicht zeigt Jesus auch dir gerade etwas, das du bisher nicht sehen wolltest. Vielleicht fordert er dich heraus, einen Menschen anders zu betrachten, deine Haltung zu überprüfen oder einen neuen Weg einzuschlagen. Du musst nicht sofort alles verstehen. Aber du darfst offen sein für seine Korrektur.
Wer sich von Jesus die Augen öffnen lässt, muss nicht länger an alten Sichtweisen festhalten.
Deine Herausforderung für heute: Frage Jesus heute ganz ehrlich: „Gibt es etwas, das ich bisher falsch sehe?“ Höre aufmerksam hin und sei bereit, deine Meinung zu überprüfen. Vielleicht beginnt genau dort ein neuer Weg.
Sei gesegnet!
„Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können.“ – George Eliot


