Deine Grenzen haben nicht das letzte Wort

Jürgen Ferrary
23. Oktober 2026

Kennst du Menschen, die immer eine Erklärung dafür haben, warum etwas nicht geht? Vielleicht bist du selbst manchmal so. „Dafür bin ich nicht der Richtige.“ „Das kann ich nicht.“ „Andere können das viel besser.“ Unsere Ausreden klingen oft ziemlich vernünftig. Doch manchmal schützen sie uns nicht vor einer Überforderung, sondern halten uns davon ab, das zu tun, wozu Gott uns ruft.

Der Prophet Jesaja erlebt eine Begegnung, die sein Leben verändert. Er sieht Gott auf einem hohen Thron, umgeben von Engeln, die rufen: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR, der allmächtige Gott! Seine Herrlichkeit erfüllt die ganze Welt.“(Jesaja 6,3). Angesichts dieser Heiligkeit erkennt Jesaja plötzlich, wie wenig er selbst vor Gott vorzuweisen hat. Er ruft: „Ich bin verloren! Denn ich bin ein Sünder und gehöre zu einem Volk von Sündern. Mit jedem Wort, das über unsere Lippen kommt, machen wir uns schuldig!“ (Jesaja 6,5).

Jesaja beginnt also nicht mit einer großen Vision von sich selbst. Er sieht zuerst, wie groß Gott ist – und wie sehr er Gottes Gnade braucht. Doch Gott lässt ihn nicht in seiner Schuld stehen. Ein Engel berührt seine Lippen mit einer glühenden Kohle und sagt: „Schau, die glühende Kohle hat deine Lippen berührt. Deine Schuld ist jetzt weggenommen, dir sind deine Sünden vergeben.“ (Jesaja 6,7).

Erst danach hört Jesaja Gottes Frage: „Wen soll ich zu meinem Volk senden? Wer will unser Bote sein?“ Und Jesaja antwortet: „Ich bin bereit, sende mich!“ (Jesaja 6,8).

Was für eine Reihenfolge! Gott begegnet Jesaja, reinigt ihn und ruft ihn dann in seinen Dienst. Jesaja muss nicht erst perfekt werden, bevor Gott ihn gebrauchen kann. Gott wartet nicht darauf, dass du fehlerlos bist. Er lädt dich ein, dich von ihm verändern und gebrauchen zu lassen.

Vielleicht hältst du dich für ungeeignet, weil du deine Schwächen nur zu gut kennst. Vielleicht denkst du, du seist zu schüchtern, zu unerfahren oder in deinem Glauben nicht weit genug. Doch die entscheidende Frage ist nicht nur, was du kannst. Sie lautet auch: Wem vertraust du? Wenn du nur auf deine Grenzen schaust, wirst du viele Gründe finden, stehen zu bleiben. Wenn du auf Gottes Größe schaust, kannst du neue Schritte wagen.

Das bedeutet nicht, dass du alles können oder jede Aufgabe übernehmen musst. Aber du darfst aufhören, deine Schwächen zum endgültigen Urteil über dich zu machen. Wenn Gott größer wird in deinem Leben, müssen deine Grenzen nicht mehr das letzte Wort haben.

Deine Herausforderung für heute: Welche Ausrede hält dich gerade zurück? Sprich mit Gott darüber und frage ihn, ob er dich zu einem konkreten Schritt ermutigt. Dann geh diesen Schritt – nicht, weil du dir selbst alles zutraust, sondern weil du Gott vertraust.

Sei gesegnet!

„Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.“ – Sprichwort

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