Timing ist alles. Schon in der Schule lernen wir das. Klassenarbeiten müssen pünktlich geschrieben werden. Beim 100-Meter-Lauf entscheiden Sekundenbruchteile über Sieg oder Niederlage. In der Küche reichen wenige Minuten, und das perfekte Ei wird zum Gummiball.
Timing spielt in fast allen Bereichen unseres Lebens eine Rolle. Ein paar Minuten zu spät zum Vorstellungsgespräch. Eine verpasste Gelegenheit. Ein falscher Moment für die falschen Worte.
Und dann gibt es da noch Gottes Timing. Die Frage lautet nicht nur: Hat Gott einen Plan? Die Frage lautet oft: Hat Gott auch den richtigen Zeitpunkt? Denn seien wir ehrlich: Unser Timing und Gottes Timing sind nicht immer dasselbe.
Die Bibel beschreibt unser Leben wie verschiedene Jahreszeiten. Zeiten des Aufbruchs. Zeiten des Wachstums. Zeiten der Ernte. Aber eben auch Zeiten des Wartens. Und genau diese Zeiten mögen die wenigsten von uns.
Wenn Jesus sagt, dass diejenigen gesegnet sind, die „arm im Geist“ sind (Matthäus 5,3), dann bedeutet das auch: Ich vertraue Gott nicht nur seine Weisheit und seine Kraft an, sondern ebenso seinen Zeitplan. David schreibt: „Ich aber, HERR, vertraue auf dich! Ich sage es und halte daran fest: Du bist mein Gott! Alle Zeiten meines Lebens sind in deiner Hand.“ (Psalm 31,15-16)
Alle Zeiten. Nicht nur die guten. Nicht nur die schnellen. Auch die langen. Auch die unverständlichen. Auch die Wartezeiten. Das ist leichter gesagt als getan. Denn während wir warten, fühlen wir oft nichts. Wir sehen keine Veränderung. Wir erkennen keine Bewegung.
Doch eine Zeit des Wartens bedeutet nicht, dass Gott aufgehört hat zu handeln. Während du wartest, arbeitet Gott. Während du nichts siehst, bewegt Gott Dinge. Während du denkst, Gott sei still geworden, ist er oft dabei, etwas vorzubereiten.
Wenn es dir wie mir geht, dann hast du in deinem Leben schon viele Wartezimmer Gottes besucht. Und wenn wir Gott nur dann vertrauen, wenn alles sofort geschieht, dann vertrauen wir ihm in einem großen Teil unseres Lebens überhaupt nicht.
Wir leben in einer Welt der Sofortlösungen. Sofortnachrichten. Sofortüberweisungen. Fast Food. Expressversand. Wir werden darauf trainiert, nicht zu warten. Gott dagegen arbeitet oft anders.
Seine Zeit ist nicht unsere Zeit. Sein Timing ist nicht unser Timing. Und genau darin liegt manchmal die Herausforderung unseres Glaubens. Prediger 3,11 sagt: „Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit.“
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Glaube ich das wirklich? Oder versuche ich ständig, Gott nachzuhelfen? „Herr, bitte handle jetzt!“ Und wenn nichts passiert, greifen wir selbst ein.
Manchmal verpassen wir dadurch genau das, was Gott gerade vorbereiten möchte. Vielleicht wartest du gerade auf einen Job. Auf einen Partner. Auf ein Kind. Auf Heilung. Auf eine Antwort.
Dann möchte ich dir eine Verheißung mitgeben, die mich immer wieder ermutigt: „Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich, der HERR, dies rasch ausführen.“ (Jesaja 60,22)
Ist dir das schon einmal aufgefallen? Oft passiert lange scheinbar gar nichts. Und dann plötzlich alles auf einmal. Gott kommt selten zu früh. Gott kommt selten dann, wenn wir es erwarten. Aber er kommt nie zu spät.
So war es bei Jesus. Jahrhundertelang wartete Israel auf den Messias. Und dann kam er – genau zur richtigen Zeit. Heute warten wir auf seine Wiederkunft. Und auch hier gilt: Er wird kommen. Zur richtigen Zeit.
Eine Verzögerung ist nicht automatisch eine Ablehnung.
Manchmal sagt Gott nicht Nein. Manchmal sagt er: „Vertrau mir. Warte noch ein wenig.“ Micha bringt diese Haltung auf den Punkt: „Doch ich verlasse mich auf den HERRN, ich warte auf seine Hilfe.“ (Micha 7,7) Genau das ist die Art von Vertrauen, die Gott segnet.
Herausforderung für heute: Wo wirst du gerade ungeduldig? Nenne Gott heute ganz bewusst den Bereich, in dem du am liebsten die Kontrolle übernehmen würdest. Bitte ihn dann um die Kraft, seinem Timing noch einen weiteren Tag zu vertrauen.
Sei gesegnet!
„Geduld ist nicht die Fähigkeit zu warten, sondern die Fähigkeit, beim Warten eine gute Haltung zu bewahren.“ – Joyce Meyer


