Mein Hirte sorgt für mich

Jürgen Ferrary
7. August 2026

Kennst du dieses Gefühl? Du hast alles geplant, alles vorbereitet – und trotzdem merkst du plötzlich: Jetzt habe ich es nicht mehr in der Hand. Genau in solchen Momenten zeigt sich, worauf wir wirklich vertrauen. Psalm 23 gehört wohl zu den bekanntesten Texten der Bibel. Gleich der erste Satz ist eine unglaubliche Zusage: „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (Psalm 23,1)

Viele Menschen verbinden diesen Vers mit Wohlstand oder einem sorgenfreien Leben. Doch genau das meint David nicht. Er sagt nicht: „Der Herr schenkt mir alles, was ich mir wünsche.“ Er sagt: „Der Herr ist mein Hirte.“

Der Schlüssel liegt in der Beziehung.

David schreibt nicht: „Der Herr ist ein Hirte.“ Sondern: Mein Hirte.“ Gottes Versorgung beginnt nicht bei unseren Bedürfnissen, sondern bei seiner Nähe. Wer den Hirten kennt, muss nicht ständig darüber grübeln, ob der Hirte sich kümmert.

Ein guter Hirte schützt seine Schafe, führt sie, gibt ihnen Ruhe, Sicherheit und Nahrung. Er übernimmt Verantwortung für sie. Genau dieses Bild benutzt David für Gott.

Vor ein paar Tagen haben wir das ganz praktisch erlebt. Am Flughafen in Chicago standen wir mit einer ganzen Menge Gepäck am Check-in. Ehrlich gesagt hatte ich schon die Kreditkarte griffbereit, weil ich fest mit Übergepäckgebühren rechnete. Doch unsere Koffer lagen nur wenige Hundert Gramm über dem Limit – und der Mitarbeiter ließ sie einfach durch.

Dann wollte er unser Handgepäck sehen. Mein erster Gedanke war: Jetzt wird es richtig teuer. Stattdessen sagte er: „Die Taschen sind viel zu groß! Die checken wir kostenlos mit ein.“ Ich konnte es kaum glauben.

Doch damit war die Geschichte noch nicht zu Ende. Unser Flug hob mit mehr als einer Stunde Verspätung ab. Für den Umstieg in Dublin blieben gerade einmal rund 30 Minuten. Eigentlich unmöglich. Und doch wurden wir ohne Grenzkontrolle schnell durchgewunken, an mehreren Engpässen vorbeigeleitet und erreichten den Anschlussflug buchstäblich beim letzten Aufruf. 

Und als wir zum Flieger liefen? Da fuhr plötzlich unser Gepäck ganz alleine auf einem Gepäckschlepper an uns vorbei zum Flugzeug – und stand in Berlin bereits als Erstes auf dem Gepäckband.

Natürlich war das kein Beweis dafür, dass Gott jede Reise so verlaufen lässt. Er ist kein Wunschautomat. Aber in diesen Momenten wurde ich daran erinnert: Gott sieht unsere Bedürfnisse. Er sorgt oft auf überraschende Weise – manchmal spektakulär, viel öfter leise und unscheinbar.

Jesus sagt: „Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht“ (Matthäus 6,32). Und Paulus ergänzt: „Mein Gott aber wird allen euren Mangel ausfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus“ (Philipper 4,19).

Gott verspricht uns nicht ein bequemes Leben. Aber er verspricht seine Gegenwart. Und genau darin liegt seine größte Versorgung. Denn wer den Hirten hat, besitzt das Wertvollste überhaupt.

Herausforderung für heute: Wo hast du im Moment Angst, zu kurz zu kommen? Wo versuchst du alles selbst zu kontrollieren?

Bring genau diesen Bereich heute bewusst zu Jesus. Sage ihm ehrlich, was dich beschäftigt, und vertraue darauf, dass dein Hirte weiß, was du wirklich brauchst. Vielleicht wird er deine Situation verändern. Vielleicht zuerst dein Herz. Beides ist Versorgung.

Sei gesegnet!

Sorge nimmt einem das Morgen nicht seine Last, sondern dem Heute seine Kraft.“ – Corrie ten Boom

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