Was für eine Woche – zumindest geistlich gesehen. Eigentlich wollte ich mich durch die berühmte Bergpredigt von Jesus arbeiten. Doch ich bin über den ersten Satz nicht hinausgekommen: „Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel.“ (Matthäus 5,3)
Wir haben bereits gesehen: Wer Gottes Segen erleben möchte, darf lernen, auf Gottes Weisheit, Gottes Kraft und Gottes Timing zu vertrauen. Heute kommt ein vierter Gedanke dazu: Wenn du geistlich arm leben möchtest, dann vertraue auf Gottes Verteidigung.
Es wird immer Menschen geben, die dich kritisieren. Menschen, die dich missverstehen. Menschen, die über dich reden, dich angreifen oder dir Dinge unterstellen. Manchmal geschieht das, weil du Fehler machst. Manchmal aber auch einfach deshalb, weil du du bist. Oder weil du Christ bist. Oder weil jemand neidisch ist.
Ich ertappe mich manchmal bei dem Gedanken: Wenn ich weniger Fehler hätte, würden mich bestimmt mehr Menschen mögen. Doch das stimmt nicht. Denn wenn das wahr wäre, hätte Jesus keine Gegner gehabt.
Jesus war vollkommen. Fehlerlos. Und trotzdem wurde er kritisiert, verleumdet, verspottet und schließlich sogar gekreuzigt. Die Wahrheit ist: Selbst wenn du alles richtig machen würdest, gäbe es Menschen, die etwas gegen dich haben.
Deshalb wirst auch du immer wieder verletzt, missverstanden oder angegriffen werden. Sogar in den engsten Beziehungen kann das passieren. Menschen, die dich lieben, werden dich manchmal falsch verstehen. Konflikte gehören zu einer Welt, die nicht mehr so ist, wie Gott sie ursprünglich gedacht hat.
Und genau dann kommt die entscheidende Frage: Wer verteidigt dich? Unser natürlicher Reflex ist klar. Wenn jemand uns kritisiert, möchten wir zurückschlagen. Wenn jemand uns verletzt, möchten wir es ihm heimzahlen.
Oder um es mit einem Alltagsbeispiel zu sagen: Du sitzt im Auto, jemand nimmt dir die Vorfahrt und zeigt dir das internationale Zeichen des Unmutes. Sofort steigt etwas in dir hoch. Du möchtest ihm am liebsten auch das das internationale Zeichen des Unmutes zeigen.
Tu es nicht. Gott möchte dein Verteidiger sein. Durch den Propheten Jesaja sagt er: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich mache dich stark, ich helfe dir, mit meiner siegreichen Hand beschütze ich dich.“ (Jesaja 41,10)
Jedes Mal, wenn du angegriffen, übergangen oder verleumdet wirst, stehst du vor einer Entscheidung: Verteidige ich mich selbst? Oder vertraue ich darauf, dass Gott für mich eintritt? Natürlich bedeutet das nicht, dass wir niemals Dinge klarstellen dürfen. Aber es bedeutet, dass wir nicht aus verletztem Stolz zurückschlagen müssen.
Denn seien wir ehrlich: Wer macht den besseren Job als Verteidiger – Gott oder wir?
Kleine Herausforderung: Bevor du heute auf Kritik, einen Angriff oder eine Verletzung reagierst, halte kurz inne und bete: „Herr, ich überlasse dir meine Verteidigung.“ Vielleicht wirst du überrascht sein, wie viel Frieden darin steckt.
Sei gesegnet!


