Jeder Mensch sucht irgendwann nach einer Antwort darauf. Ich erinnere mich an ein junges Mädchen, das sich selbst verletzte. Als ich sie fragte, warum sie das tue, antwortete sie: „Ich wollte spüren, dass ich lebe.“ Dieser Satz hat mich erschüttert. Denn eigentlich steckt darin dieselbe Sehnsucht, die wir alle kennen.
Wir wollen leben. Nicht nur existieren. Wir wollen Sinn finden. Erfüllung. Bedeutung. Manche suchen sie in Beziehungen. Andere in Erfolg, Geld oder Sicherheit. Wieder andere in Leistung, Anerkennung oder Abenteuer.
Wir sagen uns: Wenn ich dieses Ziel erreicht habe, dann werde ich zufrieden sein. Wenn ich diesen Menschen gefunden habe, dann werde ich glücklich sein. Wenn ich genug Geld habe, dann werde ich endlich zur Ruhe kommen.
Doch oft stellen wir fest: Der Hunger bleibt. Genau deshalb sagt Jesus in der Bergpredigt: „Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.“ (Matthäus 5,6)
Jesus spricht hier nicht von einem körperlichen Hunger. Er spricht von einem Hunger des Herzens. Von der Sehnsucht nach einem Leben, das wirklich stimmt. Von der Sehnsucht nach Gott.
Die Bibel lehrt, dass wir nicht zufällig existieren. Gott hat uns gewollt. Er hat uns geschaffen. Mit Gaben. Mit Leidenschaften. Mit einer Berufung. Und vor allem mit der Fähigkeit, mit ihm in Beziehung zu leben.
Augustinus formulierte es vor über 1.500 Jahren so: „Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“ Vielleicht liegt genau dort das Geheimnis. Wir suchen oft an den falschen Orten nach etwas, das nur Gott schenken kann.
Wir versuchen, einen geistlichen Hunger mit materiellen Dingen zu stillen. Doch das funktioniert genauso wenig wie Salzwasser gegen Durst. Jesus verspricht etwas Erstaunliches: Wer nach Gottes Gerechtigkeit hungert, wird satt werden.
Nicht irgendwann vielleicht. Sondern gewiss. Denn Gott spielt mit unserer Sehnsucht nicht Verstecken. Er lädt uns ein, ihn kennenzulernen. Er möchte nicht nur ein Teil unseres Lebens sein. Er möchte die Quelle unseres Lebens werden. Und genau dort beginnt echte Erfüllung.
Kleine Herausforderung: Nimm dir heute fünf Minuten Zeit und frage dich ehrlich: Wonach hungert mein Herz gerade wirklich? Wonach suche ich vielleicht bei Menschen, Erfolg, Geld oder Anerkennung, obwohl letztlich nur Gott es schenken kann? Bitte Gott anschließend um den Mut, ihm genau diese Sehnsucht anzuvertrauen.
Sei gesegnet!
„Es gibt nur zwei Tragödien im Leben: Die eine ist, nicht zu bekommen, was man sich wünscht. Die andere ist, es zu bekommen.“ – Oscar Wilde


