Eines der bekanntesten Lieder der irischen Rockband U2 trägt den Titel: „I Still Haven’t Found What I’m Looking For“ – „Ich habe noch immer nicht gefunden, wonach ich suche.„ Die ersten Zeilen lauten sinngemäß: „Ich bin auf die höchsten Berge gestiegen. Ich habe alles versucht. Ich habe Liebe erlebt, Erfolg gekannt, Grenzen überschritten. Aber ich habe noch immer nicht gefunden, wonach ich wirklich suche“
Als ich den Song wieder hörte, musste ich sofort an einen Mann aus der Bibel denken: Salomo. Er schrieb vor rund 3.000 Jahren ein ganzes Buch über genau dieses Thema – das Buch Prediger. Salomo suchte überall nach Erfüllung. Er sammelte Wissen und Weisheit. Er stürzte sich ins Vergnügen. Er probierte Alkohol.
Er verwirklichte gewaltige Bauprojekte. Er wurde unfassbar reich. Als die Königin von Saba ihn besuchte, verschlug es ihr angesichts seines Reichtums und seiner Weisheit den Atem. Er genoss Ruhm, Macht und Ansehen wie kaum ein anderer Mensch.
Und trotzdem musste er am Ende feststellen: „Als ich alles betrachtete, was ich erreicht hatte, erkannte ich: Es war, als wollte ich den Wind einfangen“ (Prediger 2,11). Mit anderen Worten: Ich habe alles ausprobiert. Aber mein Herz ist trotzdem hungrig geblieben.
Kennst du dieses Gefühl? Du gehst nachts zum Kühlschrank. Er ist randvoll. Du öffnest die Tür. Du schaust hinein. Und plötzlich merkst du: Eigentlich weißt du gar nicht, worauf du Hunger hast. Genau so fühlen sich viele Menschen innerlich.
Wir haben mehr Möglichkeiten als jede Generation vor uns. Mehr Unterhaltung. Mehr Reisen. Mehr Konsum. Mehr Wissen. Und trotzdem bleibt oft eine leise Sehnsucht.
Ein Hunger, den nichts davon wirklich stillt. Jesus sagt: Dieser Hunger ist kein Fehler. Er ist ein Hinweis. Ein Hinweis darauf, dass wir für mehr geschaffen wurden.
Deshalb sagt er in der Bergpredigt: „Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden“ (Matthäus 5,6). Was für eine Verheißung!
Jesus sagt nicht: „Unterdrücke deinen Hunger.“ Er sagt: „Bring ihn zu mir.“ Denn nur Gott kann den tiefsten Hunger unseres Herzens stillen. Alles andere kann uns für einen Moment begeistern.
Aber nur Gott kann uns dauerhaft erfüllen. Morgen wollen wir uns deshalb eine spannende Frage stellen: Was meint Jesus eigentlich mit „Gerechtigkeit“? Und warum macht Jesus genau diesen Hunger wirklich satt?
Kleine Herausforderung: Nimm dir heute einen Moment Zeit und frage dich ehrlich: Wonach hungert mein Herz gerade wirklich? Und dann bring genau diese Sehnsucht im Gebet zu Gott. Vielleicht ist dein Hunger gar kein Problem. Vielleicht ist er eine Einladung Gottes.
Sei gesegnet!
„Der Mensch kann an allem satt werden – außer an der Sehnsucht.“ – Ernst Ferstl


