Riese Goliath und David kämpfen

Wenn Riesen fallen

Jürgen Ferrary
27. November 2025

Als ich Christ wurde, war mir sofort klar: Ich bin noch längst nicht der Mensch, den Gott sich gedacht hat, als er mich erschuf. Gott hat mich angenommen, adoptiert, neu gemacht – ein Gotteskind. Aber in diese Identität muss ich erst hineinwachsen. Zu viel vom alten Adam klebt noch an mir. Zu viele Muster, Reflexe und alte Gedanken wollen mich davon abhalten, wirklich der Mann zu werden, den Gott in mir sieht.

Und vielleicht kennst du das genauso: Da stehen Riesen in deinem Leben. Riesen, die dich entmutigen, bremsen, ablehnen, anzweifeln lassen. Riesen, die dir einreden, du würdest es nie schaffen, nie genügen, nie heil werden.

Wie also überwinden wir diese Riesen?
Schauen wir noch einmal auf David – nicht auf den König, sondern auf den jungen Hirtenjungen, der auf dem Schlachtfeld nur eines hatte: Vertrauen auf Gott. David zeigt uns vier Wege, wie Riesen fallen.

1. David erinnerte sich an Gottes Treue in der Vergangenheit

Bevor er Goliath überhaupt gegenüberstand, sagt David voller Überzeugung:
„Der Herr, der mich aus den Klauen der Löwen und Bären gerettet hat, wird mich auch vor diesem Philister beschützen“ (1. Samuel 17,37).

David schaut zurück – nicht um sich zu bemitleiden, sondern um sich zu erinnern: Gott hat mich nie hängen lassen. Wenn du zurückschaust, erkennst du Gottes Spur in deinem Leben. Und was dein Herz beim Blick nach hinten stärkt, schenkt dir Mut für das, was vor dir liegt.

2. David nutzte das, was Gott ihm schon gegeben hatte

Man versuchte, ihn in eine schwere Königsrüstung zu stecken – sie war viel zu groß. David konnte sich kaum bewegen. Also legte er sie ab und nahm das, was er kannte: seinen Stock, seine Schleuder, fünf Steine aus dem Bach (1. Samuel 17,38-40).

Warte nicht darauf, erst „alle“ Voraussetzungen zu haben. Warte nicht auf mehr Geld, mehr Erfahrung, mehr Anerkennung, mehr Verbündete. Gott gibt dir immer das, was du heute brauchst – und das Morgen, wenn es kommt. Nutze, was du hast. Gott wird den Rest tun.

3. David ignorierte diejenigen, die seine Träume zerstören wollten

Lange nach Goliath erlebt David einen weiteren Schicksalsschlag: Frauen und Kinder werden von Feinden verschleppt. Seine eigenen Männer wollen ihn steinigen. Aber David reagiert bemerkenswert: „Da suchte David Zuflucht bei seinem Gott, und das Vertrauen auf den Herrn gab ihm wieder Mut und Kraft.“ (1. Samuel 30,6)

David redet sich nichts schön. Er ist nicht oberflächlich positiv. Er sucht die Nähe Gottes – und dort findet er Stärke, Mut, Klarheit. Es gibt Momente, in denen du die Stimmen um dich herum leiser drehen musst, um Gottes Stimme lauter zu hören.

4. David erwartete Gottes Eingreifen – zu Gottes Ehre

Als David auf Goliath zuläuft, ruft er: „Du kommst zu mir mit Schwert und Lanze … ich aber komme im Namen des Herrn! … Die ganze Welt soll erfahren, dass wir einen mächtigen Gott haben!“ (1. Samuel 17,45–46)

David kämpft nicht für seine Ehre, sondern für Gottes.
Und genau das öffnet den Raum für Wunder.

Ich kenne diese Momente, in denen ich mit meinem Latein am Ende war und nur noch beten konnte: „Gott, ich brauche dich. Ich gebe dir mein Leben – ohne Wenn und Aber.“ Und jedes Mal öffnete sich eine Tür, die ich niemals hätte aufstoßen können. Gott gebraucht Menschen, die ihm vertrauen – nicht wegen ihrer Größe, sondern wegen seiner Größe.

Herausforderung für heute: Schreib dir einen Riesen auf, der sich dir gerade in den Weg stellt. Und dann schreibe darunter: „Der Herr, der mir bisher geholfen hat, wird mich auch hier nicht verlassen.“ Sprich es laut aus. Lass deine Seele hören, worauf du vertraust.

Sei gesegnet!

„Der Sinn des Lebens ist nicht, ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern ein wertvoller“ (Albert Einstein).

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