Wenn Gott spricht – antwortest du?

Jürgen Ferrary
18. August 2026

Stell dir einmal vor: Jesus sitzt dir gegenüber. Du gibst ihm deine Bibel und sagst: „Jesus, lies mir bitte etwas vor.“ Er nimmt die Bibel, schlägt sie auf und beginnt zu lesen. Du hörst aufmerksam zu. Kein Handy. Keine Ablenkung. Nur du, Jesus und sein Wort. Als er fertig ist, legt er die Bibel nicht zur Seite. Er schaut dich einfach an und lächelt. Du wartest. Und wartest.

Vielleicht würdest du irgendwann denken: „Moment mal … Er wartet auf meine Antwort!“ Genau darum geht es beim Bibellesen. Gott spricht – und wir antworten.

Daniel hat das verstanden. In Daniel 9 lesen wir, dass er beim Studium der Schriften die Worte des Propheten Jeremia entdeckte. Er las Gottes Zusage über Jerusalem – und dann tat er etwas Entscheidendes: „Aus diesem Grund wandte ich mich im Gebet an Gott, meinen HERRN“ (Daniel 9,3).

Daniel las nicht einfach einen interessanten Text. Er nahm Gottes Wort ernst. Er ließ es an sein Herz heran – und antwortete darauf mit Gebet. Bibellesen ist nicht nur Information über Gott – es ist Einladung zur Begegnung mit Gott.

Vielleicht kennen wir das Problem: Wir lesen die Bibel, markieren Verse, sammeln Gedanken … und schließen sie wieder. Aber was wäre, wenn wir beim Lesen öfter fragen würden: „Gott, was möchtest du mir damit heute sagen?“

Und noch wichtiger: „Wie soll ich darauf antworten?“ Denn Gottes Wort will nicht nur unseren Kopf erreichen. Es will unser Leben verändern. Jakobus schreibt: „Seid aber Täter des Wortes und nicht nur Hörer“ (Jakobus 1,22).

Die Bibel ist kein geistliches Lexikon, das wir möglichst vollständig kennen müssen. Sie ist Gottes Wort, das uns zu Jesus führt, unseren Glauben stärkt, uns korrigiert, ermutigt und in unserem Leben Orientierung gibt.

Natürlich begegnet uns Gott auch durch seinen Heiligen Geist, durch andere Menschen oder durch Situationen. Aber alles, was wir als Gottes Reden verstehen, muss sich an seinem Wort messen lassen. Gott wird niemals etwas von uns verlangen, das seinem offenbarten Wort widerspricht.

Darum vielleicht heute einmal ein anderer Zugang zur Bibel: Lies nicht nur, um etwas Neues zu erfahren. Lies, um Gott zu begegnen. Lies nicht nur mit der Frage: „Was steht hier?“ Sondern auch mit der Frage: „Jesus, was möchtest du in mir verändern?“

Herausforderung für heute: Lies heute Daniel 9,1–19 ganz bewusst. Und frage dich anschließend:

Wie schwer oder wie schwierig fällt es dir, Gott beim Wort zu nehmen?
Was würde es dir leichter machen?

Und dann tu das, was Daniel getan hat: Bete darüber. Denn vielleicht ist die wichtigste Frage beim Bibellesen nicht: „Wie viel habe ich heute gelesen?“ Sondern: „Habe ich auf das geantwortet, was Gott mir gezeigt hat?“

Sei gesegnet!

„Die Bibel verändert Menschen nicht dadurch, dass sie im Regal steht, sondern dadurch, dass sie im Herzen ankommt.“ – unbekannt

Mehr Gedanken

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner
Warning