Was bringt Gott eigentlich zum Lächeln? Lange dachte ich: Wenn ich brav in die Kirche gehe. Wenn ich bete, bestimmte religiöse Worte benutze und alte Lieder mitsinge. Meine einzige christliche Bezugsperson war meine Uroma. Sie nahm mich als Kind ab und zu mit zu ihren Gottesdiensten – und dort war das eben die Kultur: höflich sein, leise sein, richtig sitzen, richtig sprechen. Ich kannte nichts anderes.
Erst als ich selbst Christ wurde und anfing, die Bibel wirklich zu lesen, entdeckte ich: Gott freut sich über etwas völlig anderes. Er hat jedem von uns Gaben mitgegeben – und wenn wir sie einsetzen, geschieht etwas Wunderbares: Wir bringen Frucht. Wir machen einen Unterschied. Das ist Gottes Sprache der Freude.
Ein Freund sagte einmal zu mir: „Gott lächelt, wenn du die Gaben nutzt, die er dir gegeben hat.“
Jesus formuliert es so: „Wenn ihr viel Frucht bringt und euch so als meine Jünger erweist, wird die Herrlichkeit meines Vaters sichtbar“ (Johannes 15,8). Das heißt im Kern: Wenn du das tust, wofür du geschaffen bist, dann sagt Gott: „Genau dafür habe ich dich gemacht – und ich freue mich über dich.“
1981 erschien der Film Die Stunde des Siegers. Darin bereiten sich ein jüdischer und ein christlicher Außenseiter auf die Olympischen Spiele vor. Einer von ihnen, Eric Liddell, sagt den berühmten Satz:
„Wenn ich laufe, spüre ich Gottes Freude.“
Ich kenne tatsächlich jemanden, der das genau so erlebt hat. Er lief – und er wusste: Gott freut sich über mich, wenn ich das tue. Nicht, weil es sportlich beeindruckend war, sondern weil es seine Gabe war, sein Talent, sein Auftrag.
Andere haben andere Gaben: Fußball spielen. Musik machen. Predigen. Lehren. Pflege. Besuchsdienst. Zuhören. Trösten. Am Telefon da sein. Sie können einfach Dinge, die andere nicht können – und Gott lächelt darüber.
Wir müssen also keine „geistlichen Rekorde“ brechen, um Gott zu ehren. Wir müssen nur wir sein. Das einsetzen, was wir haben. Mit Freude. Mit Hingabe.
Manche versuchen Lücken zu stopfen, indem sie etwas tun, das ihnen gar nicht liegt. Großartiges Herz – aber langfristig keine Frucht. Andere schauen nur zu – und wundern sich, dass Lücken entstehen.
Es ist wie beim Kochen: Wenn in eine Suppe Salz gehört, kannst du kein Zucker-Ersatz-Notprogramm starten. Nur Salz macht die Suppe zu dem, was sie sein soll.
In dieser Welt gibt es Aufgaben, die kannst nur du. Gaben, die nur du innehast. Wege, die nur du gehen kannst.
Und das ist spannend: Die Worte Gabe, Freude und Gnade haben im Griechischen dieselbe Wurzel. Wenn du deine Gabe einsetzt, geschieht dreierlei:
Du ehrst Gott.
Gott freut sich.
Und du spürst: Das tut mir selbst gut.
Ich habe in meinem Leben immer wieder gemerkt: Das größte Abenteuer beginnt dort, wo ich meine Gaben Gott hinhalte und sage: „Gebrauch mich““ Und dann passieren Dinge, die ich nie geplant hätte – aber die Frucht bringen. Gott will nicht, dass du ein religiöser Ersatzspieler wirst. Er macht dich nicht weniger du – er macht dich mehr du als je zuvor.
Herausforderung für heute: Schau dir dein Leben an und frage dich: Wofür brennt mein Herz wirklich? Welche Leidenschaft hat Gott in mich hineingelegt? Und wie kann ich sie für ihn einsetzen?
Hast du den Mut, den ersten Schritt zu machen?
Sei gesegnet!
„Dein Beruf ist das, wofür du bezahlt wirst. Deine Berufung ist das, wofür du gemacht bist“ (Zig Ziglar).


