Manchmal denken wir bei „Geben“ sofort an Geld. An Spenden, Überweisungen oder den Klingelbeutel im Gottesdienst. Dabei kann Geben etwas völlig anderes bedeuten. Vielleicht ist das Wertvollste, was du heute verschenken kannst, überhaupt nicht auf einem Konto zu finden.
Es kann deine Zeit sein. Deine Aufmerksamkeit. Ein ehrliches Kompliment. Ein Anruf bei jemandem, der gerade einsam ist. Ein offenes Ohr. Deine Begabung. Deine Erfahrung. Oder einfach die Bereitschaft zu sagen: „Ich helfe dir.“
Und vielleicht denkst du jetzt: „Aber ich habe doch selbst nicht genug! Ich habe kaum Zeit. Ich bin nicht besonders begabt. Was soll ich denn schon geben?“ Genau hier wird es spannend. Petrus schreibt in 1. Petrus 4,10: „Jeder soll die Gabe, die er von Gott bekommen hat, zum Nutzen der anderen einsetzen.“
Jeder. Nicht nur Pastoren. Nicht nur besonders begabte Menschen. Nicht nur diejenigen, die ständig freiwillig irgendwo helfen. Jeder hat etwas bekommen, das für andere zum Geschenk werden kann.
Vielleicht kannst du gut zuhören. Vielleicht kannst du Menschen zum Lachen bringen. Vielleicht bist du handwerklich begabt. Vielleicht kannst du organisieren, ermutigen, kochen, erklären oder einfach in schwierigen Situationen ruhig bleiben.
Was für dich selbstverständlich ist, kann für einen anderen Menschen genau das sein, was er gerade braucht.
Jesus erzählt in Matthäus 25 eine Geschichte von drei Menschen, denen ein unterschiedlicher Betrag anvertraut wird. Der entscheidende Punkt ist nicht, wer am meisten bekommen hat. Entscheidend ist, was jeder mit dem gemacht hat, was ihm anvertraut wurde.
Gott fragt nicht, ob du alles hast. Er fragt, was du mit dem machst, was du hast.
Vielleicht schaust du manchmal neidisch auf Menschen, die scheinbar mehr können, mehr Zeit haben oder mehr Möglichkeiten besitzen. Aber Gott wird dich nicht danach beurteilen, ob du das Leben eines anderen gelebt hast.
Er wird dich fragen: Was hast du mit deinem Leben gemacht? 2.Korinther 9,6 erinnert uns: „Wer wenig sät, wird wenig ernten; wer reichlich sät, wird reichlich ernten.“
Das ist kein Versprechen auf materiellen Reichtum. Es geht um eine Lebenshaltung. Wer großzügig mit Liebe, Zeit, Ermutigung und seinen Gaben umgeht, verändert die Welt um sich herum. Und oft passiert dabei etwas Überraschendes: Wenn wir anfangen zu geben, entdecken wir, dass wir gar nicht so wenig haben, wie wir dachten.
Vielleicht hast du heute nur zehn Minuten. Dann schenke jemandem zehn Minuten. Vielleicht hast du gerade keine großen Antworten. Dann schenke ein offenes Ohr. Vielleicht hast du nicht viel Geld. Dann schenke deine Zeit.
Du musst nicht alles können, um etwas zu bewirken. Du musst nur bereit sein, das einzusetzen, was Gott dir bereits gegeben hat.
Deine Herausforderung für heute: Frag Gott heute: „Wem kann ich heute etwas von dem schenken, was du mir gegeben hast?“ Und dann warte nicht auf eine spektakuläre Gelegenheit. Vielleicht steht sie schon vor dir. Ein Anruf. Ein Kaffee. Ein Kompliment. Eine helfende Hand. Ein offenes Ohr. Mach aus dem, was du hast, ein Geschenk.
Sei gesegnet!
„Wir leben von dem, was wir bekommen, aber wir leben für das, was wir geben.“ — Winston Churchill


