Wenn du dich selbst nicht magst!

Jürgen Ferrary
1. Oktober 2026

Kennst du das, wenn du morgens in den Spiegel schaust und nicht nur dein Gesicht siehst, sondern gleich eine ganze Liste von Dingen, die du an dir nicht magst? Zu viel Gewicht. Zu wenig Geduld. Die falschen Entscheidungen. Der Satz von gestern, den du am liebsten zurücknehmen würdest. Und dann vergleichst du dich noch schnell mit jemandem auf Instagram, der scheinbar sein Leben besser im Griff hat als du.

Manchmal sind wir mit uns selbst viel härter als mit jedem anderen Menschen.

Vielleicht sagst du Dinge über dich, die du niemals zu einem guten Freund sagen würdest: „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich kriege einfach nichts auf die Reihe.“ „Andere sind schöner, erfolgreicher, geistlicher als ich.“

Aber die entscheidende Frage ist nicht: „Was denke ich über mich?“ Die entscheidende Frage lautet: „Was denkt Gott über mich?“ Psalm 139,14 sagt: „Ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast – das erkenne ich.“

Das bedeutet nicht, dass alles an uns perfekt ist. Natürlich haben wir Schwächen. Wir machen Fehler. Wir haben Seiten an uns, an denen Gott arbeiten möchte. Aber dein Wert hängt nicht davon ab, wie nahe du heute deinem persönlichen Idealbild kommst.

Dein Wert wird nicht durch deine Leistung bestimmt, sondern durch den, der dich geschaffen hat.

Und dann kommt etwas Entscheidendes: Gott liebt dich nicht erst dann, wenn du dich selbst lieben kannst. Römer 5,8 sagt: „Gott dagegen beweist uns seine große Liebe dadurch, dass er Christus sandte, um für uns zu sterben, als wir noch Sünder waren.“

Als du noch nicht alles im Griff hattest. Als du noch Fehler gemacht hast. Als du noch weit davon entfernt warst, der Mensch zu sein, der du gerne sein möchtest. Gott hat dich geliebt.

Vielleicht hast du irgendwann angefangen, deine Identität aus den Worten anderer Menschen zusammenzubauen. Aus einem Satz deiner Eltern. Aus einer gescheiterten Beziehung. Aus Mobbing. Aus einer schlechten Note. Aus beruflichem Versagen. Aus dem, was andere dir eingeredet haben.

Aber die Meinung anderer Menschen ist nicht die endgültige Wahrheit über dein Leben.

Paulus schreibt in Epheser 2,10: „Denn wir sind Gottes Meisterstück.“ Nicht Ausschussware. Nicht zweite Wahl. Nicht „fast gelungen“. Du bist Gottes Meisterstück – und dein Wert bleibt bestehen, auch an Tagen, an denen du selbst ihn nicht erkennen kannst.

Das verändert auch den Blick auf deine Schwächen. Du musst dich nicht ständig selbst reparieren, um Gottes Liebe zu verdienen. Du darfst zu ihm kommen, ehrlich und unperfekt.

Vielleicht musst du heute nicht lernen, dich plötzlich großartig zu finden. Vielleicht reicht ein kleinerer Schritt: Hör auf, dich selbst ständig abzuwerten.

Deine Herausforderung für heute: Schreib heute drei Dinge auf, die Gott an dir sehen könnte: eine Stärke, eine Eigenschaft und etwas, das du anderen geben kannst. Und wenn dein innerer Kritiker wieder anfängt, dich fertigzumachen, frage dich: „Würde ich so mit einem Menschen reden, den Gott liebt?“

Dann erinnere dich daran: Gott liebt diesen Menschen. Und dieser Mensch bist du.

Sei gesegnet!

„Sei du selbst; alle anderen sind bereits vergeben.“— Oscar Wilde

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