Manche Menschen schaffen etwas, das eigentlich gar nicht so leicht ist: Sie können uns innerhalb von dreißig Sekunden auf die Palme bringen. Ein Satz reicht. Ein Blick. Eine WhatsApp-Nachricht ohne Punkt und Komma. Oder dieser eine Kollege, der genau dann auftaucht, wenn du eigentlich schon Feierabend machen wolltest.
Und manchmal ist es nicht nur Nervigkeit. Manche Menschen verletzen uns. Enttäuschen uns. Sind ungerecht zu uns. Vielleicht gibt es in deinem Leben sogar jemanden, bei dessen Namen dein Blutdruck schon ein kleines bisschen steigt.
Die spannende Frage ist deshalb nicht: „Wie werde ich diese Menschen los?“ Sondern: „Wie möchte Jesus, dass ich mit ihnen umgehe?“
Jesus macht es uns dabei nicht gerade bequem. In Matthäus 5,44 sagt er: „Liebt eure Feinde! Betet für die, die euch verfolgen!“
Moment mal. Lieben? Auch den Menschen, der mich ständig provoziert? Der mich enttäuscht hat? Der mich unfair behandelt?Ja. Aber christliche Liebe bedeutet nicht, dass du jeden Menschen sympathisch finden musst. Sie bedeutet auch nicht, dass du schlechtes Verhalten akzeptieren oder keine Grenzen setzen darfst. Liebe bedeutet vielmehr, dass du dich entscheidest, dem anderen nicht mit demselben Bösen zu begegnen, das dir widerfahren ist.
Du kannst einen Menschen ablehnen, ohne ihn zu hassen. Du kannst Grenzen setzen, ohne bitter zu werden.
Paulus schreibt in Römer 12,18:„Wenn es möglich ist und soweit es an euch liegt, lebt mit allen Menschen in Frieden.“
„Soweit es an euch liegt.“ Das ist wichtig. Du kannst nicht bestimmen, wie sich ein anderer Mensch verhält. Du kannst nicht erzwingen, dass jemand vernünftig wird, sich entschuldigt oder plötzlich deine Perspektive versteht.
Aber du kannst entscheiden, wie du selbst reagierst. Vielleicht ist genau das heute deine Herausforderung. Nicht jede Bemerkung braucht eine Antwort. Nicht jede Provokation braucht einen Gegenschlag. Nicht jeder Konflikt muss gewonnen werden.
Sprüche 15,1 sagt:„Eine freundliche Antwort besänftigt den Zorn, aber ein kränkendes Wort lässt ihn aufflammen.“
Manchmal ist ein ruhiges Wort stärker als zehn schlagfertige Antworten. Und dann gibt es noch etwas, das Jesus uns zumutet: Vergebung. Nicht weil das Geschehene unwichtig wäre, sondern weil Verbitterung vor allem einen Menschen gefangen hält – dich selbst.
Vergebung bedeutet nicht, dass du sagst: „Es war nicht schlimm.“ Vergebung bedeutet: „Ich lasse nicht zu, dass das, was du mir angetan hast, mein Herz beherrscht.“
Vielleicht kannst du heute nicht deine Beziehung zu einem schwierigen Menschen reparieren. Aber du kannst Gott bitten, dein Herz zu verändern.
Deine Herausforderung für heute: Denk heute an einen Menschen, der dich gerade nervt oder verletzt. Bitte Gott nicht zuerst: „Verändere ihn!“ Bete stattdessen: „Gott, zeig mir, wie ich diesem Menschen heute begegnen soll. Schenk mir Weisheit, Geduld und – wenn es möglich ist – ein Stück deiner Liebe.“
Vielleicht ist dein nächster Schritt ein Gespräch. Vielleicht eine Grenze. Vielleicht eine Entschuldigung. Vielleicht einfach die Entscheidung, nicht zurückzuschlagen.
Sei gesegnet!
„Hass ist wie Gift, das man selbst trinkt und darauf wartet, dass der andere stirbt.“ – Buddha zugeschrieben


