Maria betrachtet Jesus

Wenn der Vorhang fällt – und Weihnachten im Alltag ankommt

Jürgen Ferrary
26. Dezember 2025

Bei unseren Freunden in Florida ist Weihnachten nach dem Christmas Day, unserem ersten Weihnachtstag, schon wieder vorbei. Die Radiosender stellen schlagartig ihr Programm um. Wo wochenlang nur Weihnachtssongs liefen, erklingt plötzlich wieder „normale“ Musik. Willkommen Alltag.

Dieses Gefühl kenne ich gut. Nach Monaten intensiver Proben wurde unser Weihnachtsmusical viermal vor ausverkauftem Haus aufgeführt. Über 2000 Menschen haben Das Geheimnis nach der Krippe“ gesehen. Und dann fiel der letzte Vorhang. Ende. Stille. Alltag.

Nach der letzten Vorstellung lagen wir uns hinter der Bühne in den Armen – dankbar, bewegt, erfüllt. Und bei manchem schwang dieser Gedanke mit: War’s das jetzt?

Kennst du dieses Gefühl? Die Geschenke sind ausgepackt, das Geschenkpapier landet im Müll, die Deko verschwindet nach und nach in Kisten. Und man denkt: Das war Weihnachten also. Zumindest für dieses Jahr.

Was bleibt eigentlich, wenn Weihnachten vorbei ist? Außer schönen Erinnerungen, ein paar Fotos – und vielleicht ein, zwei Kilo mehr?

Lukas richtet unseren Blick auf Maria, die Mutter von Jesus, kurz nachdem die Hirten aus dem Stall gegangen sind. Er schreibt: „Alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen die Hirten berichteten. Maria aber merkte sich alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen“ (Lukas 2,18–19).

Maria bewahrte diese Worte. Sie nahm das Erlebte mit in ihren Alltag. Natürlich war ihre Situation einzigartig – sie hatte ein Baby im Arm. Aber genau darin liegt etwas Entscheidendes: Weihnachten war für sie kein Moment, sondern ein Anfang.

Und wir? Packen wir Weihnachten zusammen mit der Deko weg – oder nehmen wir es mit in den Alltag?

Wenn Weihnachten mehr ist als Lichter, Gerüche und Emotionen, wenn es mehr ist als Tradition und Familienfest, wenn es wirklich ein Fest der Besinnung ist, dann darf es nicht an der Tür zum Alltag enden.

„Christus, der Retter, ist da!“ – das haben viele an Heiligabend gesungen. Er ist auch heute da. Morgen. Nächste Woche. Und mitten im ganz normalen Leben.

Wenn Jesus wirklich der Friedefürst ist, der wunderbare Ratgeber, die Liebe in Person – dann ist er das nicht nur in Liedern und Predigten, sondern im Alltag. Zumindest möchte er es sein, wenn wir ihn lassen.

Herausforderung für heute: Nimm dir heute bewusst fünf Minuten Zeit und frage dich: Was von Weihnachten möchte ich mit in meinen Alltag nehmen? Vielleicht ein Gedanke, ein Vers, ein Lied oder eine Haltung. Schreib es auf – und bitte Jesus, dich genau darin im Alltag zu begleiten.

„Weihnachten ist keine Jahreszeit. Es ist ein Gefühl“ (Edna Ferber).

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