Trotz Zweifel losgehen

Jürgen Ferrary
21. Oktober 2026

Kennst du das? Da bekommst du eine Aufgabe übertragen, und dein erster Gedanke ist nicht: „Super, das mache ich!“, sondern: „Warum ausgerechnet ich?“ Vielleicht sollst du Verantwortung übernehmen, ein schwieriges Gespräch führen oder einen neuen Schritt wagen. Du siehst sofort, was dir fehlt: Erfahrung, Mut, die richtigen Worte oder einfach das nötige Selbstvertrauen. Und während du noch überlegst, ob du geeignet bist, hast du innerlich schon dreimal abgesagt.

So ähnlich erging es Mose. Gott begegnete ihm am brennenden Dornbusch und gab ihm einen Auftrag: Er sollte nach Ägypten zurückkehren und das Volk Israel aus der Sklaverei führen. Ein gewaltiger Auftrag für einen Mann, der Jahre zuvor aus Ägypten geflohen war! Mose hatte jede Menge Einwände. Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen sollte? Was soll ich sagen? Was, wenn sie mir nicht glauben? (2. Mose 3–4). Mose sah seine Grenzen. Gott sah eine Aufgabe, bei der er Mose begleiten wollte.

Gott versprach Mose nicht, dass alles einfach werden würde. Er versprach ihm etwas Besseres: „Ich werde mit dir sein“ (2. Mose 3,12). Das war die entscheidende Zusage. Mose musste nicht plötzlich ein anderer Mensch werden. Er musste lernen, dem zu vertrauen, der ihn rief.

Vielleicht wartest du darauf, dass du dich endlich mutig, begabt oder sicher genug fühlst. Doch manchmal kommt dieser Moment nicht. Du kannst jahrelang überlegen, ob du wirklich der Richtige bist, und dabei verpassen, was Gott dir zutraut. Gott beruft nicht nur die Fähigen. Er befähigt auch die, die er beruft. Das heißt nicht, dass jede spontane Idee automatisch ein Auftrag Gottes ist. Es bedeutet, dass deine Unsicherheit allein kein Grund sein muss, vor jedem neuen Schritt zurückzuschrecken.

Vielleicht ruft Gott dich nicht dazu, vor einen Pharao zu treten. Vielleicht geht es darum, dich für jemanden einzusetzen, eine Versöhnung anzustoßen, Verantwortung zu übernehmen oder einem Menschen von deinem Glauben zu erzählen. Du siehst deine Schwächen – aber Gott kann dir Weisheit, Kraft und Hilfe schenken. Du musst nicht schon alle Antworten haben, bevor du losgehst.

Mose diskutierte lange mit Gott. Und trotzdem ließ Gott ihn nicht einfach fallen. Er gab ihm sogar Aaron als Unterstützung. Das ist ermutigend: Vertrauen bedeutet nicht, dass du alles allein schaffen musst. Du darfst Fragen stellen, Hilfe annehmen und trotzdem den nächsten Schritt gehen. Ein erfülltes Leben beginnt nicht, wenn du dich endlich geeignet fühlst, sondern wenn du Gott trotz deiner Zweifel vertraust.

Deine Herausforderung für heute: Wo hältst du dich gerade zurück, weil du glaubst, nicht gut genug zu sein? Sprich mit Gott darüber. Bitte ihn um Mut und überlege, was ein kleiner, konkreter nächster Schritt sein könnte. Du musst nicht den ganzen Weg kennen. Fang mit dem an, was heute dran ist.

Sei gesegnet!

„Du musst nicht großartig sein, um anzufangen, aber du musst anfangen, um großartig zu werden.“ – Zig Ziglar

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