Was am Ende wirklich zählt

Jürgen Ferrary
20. Oktober 2026

Stell dir vor, du würdest heute einen Film über dein Leben sehen. Welche Szenen würden darin vorkommen? Deine erste eigene Wohnung? Der berufliche Erfolg, auf den du so stolz warst? Die Urlaube, die du dir hart erarbeitet hast? Oder wären es die Menschen, mit denen du gelacht, geweint und wichtige Momente geteilt hast? Vielleicht ein Gespräch, in dem du jemandem Mut gemacht hast. Eine ausgestreckte Hand zur richtigen Zeit. Oder ein Mensch, der durch dich entdeckt hat, dass er wertvoll ist.

Wir investieren unglaublich viel Zeit in Dinge, die wir irgendwann zurücklassen müssen. Wir arbeiten, kaufen, planen und versuchen, etwas aus unserem Leben zu machen. Daran ist nichts grundsätzlich falsch. Aber Jesus stellt in Matthäus 6,19–21 eine wichtige Frage, wenn er sagt: „Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! Sie werden nur von Motten und Rost zerfressen oder von Einbrechern gestohlen! Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, die unvergänglich sind und die kein Dieb mitnehmen kann. Wo nämlich euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ 

Wo sammeln wir unseren Schatz?  Was dir heute am wichtigsten ist, bestimmt, wofür du deine kostbare Lebenszeit einsetzt.

Das bedeutet nicht, dass Besitz, Arbeit oder Erfolg unwichtig wären. Aber sie können nicht ersetzen, was wirklich trägt. Kein Kontoauszug wird dich am Ende daran erinnern, wie sehr du geliebt wurdest. Keine berufliche Auszeichnung kann die Umarmung eines Menschen ersetzen, dem du in einer schweren Zeit beigestanden hast.

Paulus bringt es in 1. Korinther 13,13 auf den Punkt: „Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Von diesen dreien aber ist die Liebe das Größte.“ Liebe ist mehr als ein schönes Gefühl. Sie zeigt sich darin, dass du zuhörst, vergibst, ermutigst und da bist, wenn andere dich brauchen. Oft sind es gerade die unscheinbaren Dinge, die lange nachwirken. Ein gelungenes Leben misst sich nicht nur daran, was du erreicht hast, sondern auch daran, was durch dich im Leben anderer gewachsen ist.

Vielleicht denkst du jetzt an Dinge, die du versäumt hast. An Beziehungen, die schwierig waren, oder Entscheidungen, die du heute anders treffen würdest. Dann darfst du wissen: Du kannst die Vergangenheit nicht ändern, aber du kannst heute damit beginnen, anders zu leben. Paulus ermutigt uns in Galater 6,9, nicht müde zu werden, Gutes zu tun. Manchmal sehen wir die Frucht unserer Liebe nicht sofort. Manches wächst still und wird erst viel später sichtbar.

Und genau deshalb musst du nicht warten, bis du mehr Zeit, mehr Geld oder bessere Möglichkeiten hast. Du kannst heute anfangen. Mit einem Anruf. Einer ehrlichen Entschuldigung. Einem offenen Ohr. Oder indem du einem Menschen sagst, wie viel er dir bedeutet.

Vielleicht ist ein gelungenes Leben nicht eines, in dem alles nach Plan gelaufen ist. Vielleicht ist es eines, in dem Gott aus allem etwas Gutes gemacht hat. Du musst nicht perfekt leben, um Spuren der Liebe zu hinterlassen. Fang einfach dort an, wo du gerade stehst.

Deine Herausforderung für heute: Denke an einen Menschen, dessen Leben du positiv beeinflussen kannst. Tu heute etwas Konkretes: Ruf ihn an, ermutige ihn oder schenke ihm deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt. Liebe wird durch kleine Schritte sichtbar.

Sei gesegnet!

„Allein können wir so wenig tun; gemeinsam können wir so viel erreichen.“ – Helen Keller

Mehr Gedanken

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner
Warning