„Atme erst einmal tief durch.“ Diesen Rat geben wir Menschen, wenn sie aufgeregt, gestresst oder überfordert sind. Und meistens tut genau das gut. Ein tiefer Atemzug. Ein Moment der Ruhe. Ein kurzes Innehalten.
Vielleicht kennst du das auch: Du hetzt von Termin zu Termin, dein Kopf ist voller Gedanken und deine To-do-Liste wird eher länger als kürzer. Irgendwann sehnst du dich einfach nach etwas Luft zum Atmen.
Interessanterweise ist Atmen nicht nur eine körperliche Notwendigkeit. Seit Jahrhunderten nutzen Christen den Atem auch als geistliche Übung. Das sogenannte Atemgebet verbindet die natürliche Bewegung des Atmens mit einem kurzen Gebet. Es hilft uns, innerlich zur Ruhe zu kommen und unsere Aufmerksamkeit wieder auf Gott auszurichten.
Dabei ist der Atem in der Bibel weit mehr als nur ein biologischer Vorgang. Schon auf den ersten Seiten der Bibel lesen wir: „Da formte Gott, der HERR, den Menschen aus Staub vom Erdboden und blies ihm den Atem des Lebens in die Nase. So wurde der Mensch ein lebendiges Wesen.“ (1. Mose 2,7)
Jeder Atemzug erinnert uns daran, dass unser Leben letztlich ein Geschenk Gottes ist.
Manche Christen haben außerdem darauf hingewiesen, dass Gottes Name JHWH im Hebräischen fast wie ein gehauchter Atem klingt. Ob das ursprünglich so gemeint war, wissen wir nicht sicher. Aber das Bild ist wunderschön:
Mit jedem Atemzug werden wir an den Gott erinnert, der uns Leben schenkt. Deshalb möchte ich dir heute eine einfache geistliche Übung vorstellen. Beim Einatmen sprichst du innerlich: „Ja“
Beim Ausatmen: „Weh“ Nicht als magische Formel. Nicht als besondere Technik. Sondern als Erinnerung daran, dass Gott da ist. Dass du nicht alles kontrollieren musst. Dass du deine Sorgen nicht allein tragen musst. Und dass Gott näher ist, als du oft denkst.
Vielleicht ist das sogar eine praktische Möglichkeit, dem Aufruf des Paulus nachzukommen, „ohne Unterlass zu beten“ (1. Thessalonicher 5,17). Nicht indem wir den ganzen Tag Worte sprechen.
Sondern indem wir unser Herz immer wieder auf Gottes Gegenwart ausrichten. Denn manchmal brauchen wir keine langen Gebete. Manchmal brauchen wir nur einen Moment der Stille. Einen Atemzug. Und die Erinnerung daran, dass Gott bereits da ist.
Herausforderung für heute: Nimm dir heute mehrmals bewusst eine Minute Zeit. Halte kurz inne. Lege das Handy weg. Lass die Gedanken langsamer werden. Und bete mit deinem Atem:
Einatmen: Ja
Ausatmen: Weh
Spüre, wie dein Atem ruhiger wird. Übergib Gott beim Ausatmen das, was dich belastet. Empfange beim Einatmen neu seine Gegenwart. Und erinnere dich daran: Gott ist dir näher als dein nächster Atemzug.
Sei gesegnet!
„Manchmal ist das Produktivste, was du tun kannst, auszuruhen.“ – Mark Black

