Sonnenlicht spiegelt sich im Fluss

Leben im Ausnahmezustand – oder im Bewusstsein der Ewigkeit?

Jürgen Ferrary
31. Dezember 2025

Unsere Welt steht gefühlt permanent im Ausnahmezustand. Ich kann die Zeitung aufschlagen, Nachrichten schauen, durchs Internet scrollen oder einfach nur nach rechts und links blicken – überall begegnen mir Dinge, die beunruhigen: Kriege, Naturkatastrophen wie Erdbeben und Tsunamis, politische Instabilität, Terror, Hass und Spaltung.

Geht es dir manchmal auch so, dass du innerlich auf „den großen Knall“ wartest? Auf den Moment, an dem alles kippt und nichts mehr so ist wie vorher?

Ich habe gute und schlechte Nachrichten zugleich: Die Bibel sagt tatsächlich, dass diese Welt, wie wir sie kennen, nicht ewig bestehen wird. Sie spricht davon, dass Jesus wiederkommen wird – und dass diese Welt vergeht. Aber sie spricht ebenso klar davon, dass Gott eine neue Welt schafft. Eine Welt ohne Tod, ohne Leid, ohne Hunger und ohne Krankheit. Und wenn die Bibel in so vielen Punkten erstaunlich präzise und verlässlich ist – warum sollte sie sich ausgerechnet hier irren?

Schon kurz nach Tod und Auferstehung Jesu machten sich Menschen über diese Hoffnung lustig. Genau darauf geht Petrus in seinem zweiten Brief ein. In 2. Petrus 3,1–13 macht er unmissverständlich klar: Die Verheißung von Jesu Wiederkunft gilt noch immer.

Er schreibt: „Der Herr zögert seine Zusage nicht hinaus, wie manche meinen. Er hat Geduld mit euch, denn er will nicht, dass jemand verloren geht, sondern dass alle umkehren.“ (2. Petrus 3,9)
Und dann folgen Worte, die uns schlucken lassen: „Der Tag des Herrn wird so unerwartet kommen wie ein Dieb“ (Vers 10).

Das sind keine Wohlfühlverse. Sie klingen anders als die Zusagen, dass Gott uns liebt, uns vergibt und uns ein erfülltes Leben schenken will. Aber beides gehört zusammen. Gottes Liebe und Gottes Ernst.

Die Frage ist also nicht nur: Warum greift Gott nicht sofort ein und beendet Leid und Krieg? Die Antwort gibt Petrus selbst: Weil Gott Geduld hat. Weil jeder weitere Tag Gnadenzeit ist. Weil Gott keinen Menschen aufgeben will.

Mich hat einmal jemand gefragt: „Was würdest du ändern, wenn du wüsstest, dass Jesus in einem Monat wiederkommt?“ Meine ehrliche Antwort: Ich würde im Ausnahmezustand leben. Aber im positiven Sinn. Zielgerichteter. Wacher. Bewusster.

Ich würde mein Leben weiter genießen – aber ich würde anders priorisieren. So, wie Petrus es schreibt: „Bemüht euch darum, ein reines und tadelloses Leben im Frieden mit Gott zu führen“ (Vers 14).

Vielleicht würde ich Dinge klären, die ich zu lange vor mir herschiebe – mit Gott, aber auch mit anderen. Ich wäre geduldiger mit Menschen. Liebevoller. Ich würde mehr beten. Mehr von meinem Glauben teilen. Und ich würde mich ehrlicher fragen: Bin ich eigentlich bereit, Jesus zu begegnen?

Eigentlich ist es schade, dass ich oft einen Ausnahmezustand brauche, um so zu leben. Zu oft lebe ich, als hätte ich unendlich viel Zeit. Ich habe keine Angst vor Jesu Wiederkunft – aber ich lebe auch nicht immer in diesem Bewusstsein.

Vielleicht ist genau das die Einladung: nicht in Panik zu leben, sondern in Hoffnung. Nicht im Dauerstress, sondern in Klarheit. Nicht im Ausnahmezustand – sondern im Bewusstsein der Ewigkeit.

Herausforderung für heute: Stell dir ehrlich die Frage:
Was würde sich in deinem Leben ändern, wenn Jesus bald wiederkäme?
Und dann frage dich: Was hindert dich daran, schon heute so zu leben?
Lies dazu bewusst 2. Petrus 3,1–11 und lass die Worte auf dich wirken.

„Nicht die Jahre in unserem Leben zählen, sondern das Leben in unseren Jahren“ (Abraham Lincoln).

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