Mann schaut in die Weite

Frieden mitten im Sturm

Jürgen Ferrary
8. Dezember 2025

Als ich mit Anfang 20 Christ wurde, hatte ich eine ganze Reihe falscher Vorstellungen davon, was es bedeuten würde, Jesus in mein Leben einzuladen. Dass ich neu anfangen könnte, verstand ich schnell. Dass Jesus mich mit Gott versöhnen würde, auch. Doch in einer entscheidenden Sache lag ich völlig falsch.

Ich war fest davon überzeugt: Wenn du es wirklich ernst meinst mit Jesus – wenn du ihn als deinen Herrn und Retter annimmst und ihm nachfolgst – dann würden sich deine Probleme praktisch in Luft auflösen. Gott ist ja nun an deiner Seite, also müsste aller Gegenwind verschwinden, oder?

Umso größer war meine Enttäuschung, als ich merkte, dass das nicht geschieht. Schwierigkeiten blieben. Konflikte blieben. Zweifel blieben. Ich begann sogar, Gottes Zusagen in Frage zu stellen. Heute denke ich: Vielleicht hätte ich damals genauer hinschauen sollen, was Gott uns tatsächlich verspricht – und was nicht. Nicht mein Wunschdenken ist entscheidend, sondern Gottes Wort.

Und dieses Wort ist an manchen Stellen erst einmal unbequem. Jesus sagt zu seinen Jüngern: Ich habe euch das alles gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Johannes 16,33).

Das klingt nicht nach einem Leben ohne Probleme. Im Gegenteil. Jesus spricht sehr offen darüber, dass unser Leben hier auf der Erde Herausforderungen, Schmerz und Krisen beinhalten wird. Das ist kein besonders „romantisches“ Versprechen – aber es ist ein ehrliches.

Doch jetzt kommt der entscheidende Teil: Jesus sagt nicht nur, dass es schwer wird. Er sagt auch, dass er die Welt überwunden hat.

Das bedeutet: Die Schwierigkeiten, mit denen wir konfrontiert sind, verschwinden nicht automatisch. Aber sie stehen nicht über uns. Sie stehen nicht über Gott. Jesus ist größer. Mächtiger. Beständiger. Und er ist mit uns mittendrin.

Gerade in der Weihnachtszeit – einer Zeit, die voller Lichter, aber für viele auch voller Dunkelheit ist – machen manche Menschen genau diese Erfahrung: Während andere feiern, kämpfen sie. Während andere lachen, haben sie Sorgen oder sind in tiefer Trauer. Während andere sich auf Familie und Wärme freuen, fühlen sie sich einsam oder überfordert.

Und genau hier spricht Jesus: Ich lasse dich nicht allein. Ich bin bei dir. Ich bin mit dir Und ich bin für dich.“

Er verspricht nicht, dass Leid, Kummer und Tod uns erspart bleiben. Aber er verspricht, dass sie nicht das letzte Wort haben.

Mehr noch: Er bietet uns seinen Frieden an. Einen Frieden, der nicht von äußeren Umständen abhängig ist. Einen Frieden, der allen menschlichen Verstand übersteigt“ (Philipper 4,7). Einen Frieden, der bleibt: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt ihn gibt…“ (Johannes 14,27).

Schwierige Umstände sind kein Beweis dafür, dass Gott dich verlassen hat. Im Gegenteil: Oft sind sie genau der Ort, an dem du seine Nähe am tiefsten erfahren kannst. Und nicht die Probleme haben das letzte Wort – sondern Gott.

Herausforderung für heute: Nimm dir eine Bibel (oder nutze eine Online-Version) und lies Johannes 14,27 und Jesaja 26,3–4 langsam und bewusst. Denk über diese Worte nach. Lass sie in dein Herz sinken. Bitte Gott ganz konkret um diesen Frieden, den er versprochen hat.

Und wann immer du heute bemerkst, dass du ihn verlierst, sprich mit Gott. Bitte ihn, dich neu mit seinem Frieden zu erfüllen.

Sei gesegnet!

„Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen, auf ihnen zu reiten“ (Jon Kabat-Zinn).

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