Hast du schon einmal versucht, zwei volle Einkaufsbeutel zu tragen und gleichzeitig eine verschlossene Tür aufzuschließen? Es geht schlichtweg nicht. Deine Hände sind besetzt. Um die Klinke zu greifen, musst du die Tüten erst einmal ablegen. Genauso geht es vielen von uns im Glaubensleben:
Wir beten sehnlichst um Gottes Segnungen für unsere Zukunft, während unsere Hände noch krampfhaft an den Altlasten unserer Vergangenheit festhalten. Du kannst das nächste Kapitel deines Lebens nicht aufschlagen, wenn du ständig das alte wieder und wieder liest. Du kannst keine neue Tür öffnen, solange du noch an der alten Klinke festhältst.
Egal ob es alte Gewohnheiten, verstaubte Sicherheiten, vergangene Erfolge oder verjährte Enttäuschungen und Verletzungen sind – wer ständig in den Rückspiegel starrt, baut zwangsläufig einen Unfall in der Gegenwart.
Gott möchte dich nicht in deiner Vergangenheit gefangen halten. Er ist ein Gott des Neuanfangs! Das hat er seinem Volk mitten in der Wüste zugesagt: „Denkt nicht mehr daran, was war, und grübelt nicht mehr über das Vergangene. Seht hin; ich mache etwas Neues; schon keimt es auf. Seht ihr es nicht?“ (Jesaja 43,18-19).
Beachte die Reihenfolge: Erst kommt das Loslassen („Denkt nicht mehr daran, was war,“), dann kommt das Wahrnehmen („Seht hin; ich mache etwas Neues“). Gott bringt das Neue nicht erst, wenn du dich vergewissert hast – er bittet dich, Raum dafür zu schaffen. Du kannst Gottes Segnungen für deine Zukunft nicht greifen, solange du an den Sicherheiten deiner Vergangenheit festhältst.
Auch der Apostel Paulus wusste, dass geistliches Wachstum ein permanentes Ablegen erfordert: „Ich vergesse, was dahinter liegt, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt.“ (Philipper 3,13).
Wie schaffst du heute konkret Raum für Gottes Neues?
1. Vergib und lass los: Groll und Bitterkeit binden dich an die Menschen und Situationen deiner Vergangenheit. Vergib – nicht weil die anderen es verdient haben, sondern weil du frei sein willst.
2. Entsorge alte Muster: Verabschiede dich von Bequemlichkeiten und falschen Sicherheiten, die dich davon abhalten, Schritte im Glauben zu wagen.
Gottes Hände sind offen für dich – mach deine frei, um zu empfangen.
Herausforderung für heute: Deine Next-Step-Aufgabe: Nimm ein Blatt Papier und schreibe eine Sache auf (eine Altlast, eine Angst oder eine alte Gewohnheit), die du heute bewusst abgeben willst. Falte es zusammen und wirf es metaphorisch in den Müll – als Zeichen dafür, dass deine Hände wieder frei für Gott sind.
Sei gesegnet!
„Man kann nicht neues Land entdecken, ohne lange Zeit die Küste aus den Augen zu verlieren.“ — André Gide


