Der Himmel ist kein Märchen

Jürgen Ferrary
17. September 2026

Wenn jemand stirbt, sagen wir manchmal: „Er ist jetzt an einem besseren Ort.“ Das klingt tröstlich. Aber mal ehrlich: Wissen wir eigentlich, was wir da sagen? Die meisten Menschen wollen irgendwie schon in den Himmel – aber möglichst nicht heute. Und wenn wir ehrlich sind, haben viele von uns ein ziemlich seltsames Bild vom Himmel. 

Weiße Wolken. Weiße Gewänder. Kleine Engel mit Flügeln. Irgendjemand spielt Harfe. Im Hintergrund läuft ununterbrochen Kirchenmusik. Und das Ganze dauert nicht nur einen Sonntagvormittag, sondern eine ganze Ewigkeit. Ganz ehrlich: Wenn das der Himmel wäre, müsste man sich nicht wundern, dass manche Menschen lieber noch etwas hierbleiben möchten.

Aber der Himmel, von dem die Bibel spricht, ist etwas völlig anderes. Er ist nicht bloß ein schönes religiöses Bild, das uns helfen soll, mit dem Tod besser klarzukommen. Er ist kein Traum und keine Metapher. Der Himmel ist eine Realität, die Gott vorbereitet hat.

Jesus selbst sagte: „Es gibt viele Wohnungen im Haus meines Vaters, und ich gehe voraus, um euch einen Platz vorzubereiten. Wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch dann so gesagt? Wenn dann alles bereit ist, werde ich kommen und euch holen, damit ihr immer bei mir seid, dort, wo ich bin.“ (Johannes 14,2–3).

Jesus sagt nicht: „Vielleicht gibt es da irgendetwas.“ Er sagt auch nicht: „Macht euch einfach ein schönes Bild davon.“ Nein. Jesus spricht davon, dass er einen Platz vorbereitet.

Der Himmel ist keine Wunschvorstellung. Jesus hat ihn versprochen.

Schon David blickte über sein Leben hinaus, als er schrieb: „Deine Güte und Gnade begleiten mich alle Tage meines Lebens, und ich werde für immer im Hause des HERRN wohnen.“ (Psalm 23,6). Alle Tage meines Lebens – und dann noch weiter.

Gottes Güte endet nicht an deinem Grab.

Das verändert die Perspektive. Denn wenn dieses Leben alles wäre, müssten wir verzweifelt versuchen, aus jedem Tag das Maximum herauszuholen. Dann wäre Erfolg entscheidend. Besitz wäre wichtig. Und die Angst, etwas zu verpassen, würde uns ständig antreiben. Aber wenn der Himmel real ist, bekommt alles eine andere Größe.

Dann ist mein größter Erfolg nicht das, was ich auf meinem Konto habe. Mein größter Besitz ist nicht das, was in meiner Wohnung steht. Und meine Zukunft hängt nicht davon ab, wie viele Jahre ich auf dieser Erde noch habe. Paulus schreibt: „Aber es ist passiert, wie es in der Schrift heißt: »Kein Auge hat je gesehen, kein Ohr je gehört und kein Verstand je erdacht, was Gott für diejenigen bereithält, die ihn lieben.“ (1. Korinther 2,9).

Das bedeutet: Selbst unsere schönsten Vorstellungen vom Himmel sind wahrscheinlich noch viel zu klein. 

Natürlich beantwortet das nicht jede Frage. Der Verlust eines geliebten Menschen tut trotzdem weh. Krankheit bleibt schmerzhaft. Und auch Christen wünschen sich nicht unbedingt, möglichst schnell zu sterben. Aber der Himmel gibt uns eine Hoffnung, die größer ist als unser letzter Atemzug.

Der Tod ist für Christen kein Punkt. Er ist ein Doppelpunkt.

Denn danach kommt noch etwas. Du bist nicht nur für 70, 80 oder vielleicht 90 Jahre geschaffen. Gott hat dich für die Ewigkeit geschaffen. Paulus schreibt, dass Gott uns mit Christus lebendig gemacht hat und uns die unfassbare Größe seiner Gnade auch in der kommenden Ewigkeit zeigen will (vgl. Epheser 2,5–7).

Vielleicht solltest du heute deshalb einmal auf dein Leben schauen und dich fragen: Woran hänge ich eigentlich so fest? Was macht mir Angst? Was würde ich anders bewerten, wenn ich wirklich glauben würde, dass der Himmel real ist?

Du musst aus diesem Leben nicht alles herausholen. Denn für Menschen, die Jesus vertrauen, kommt das Beste nicht hinter ihnen – sondern vor ihnen.

Herausforderung für heute: Nimm dir einen Moment Zeit und danke Gott nicht nur für das, was er dir heute schenkt. Danke ihm auch für die Zukunft, die er für dich vorbereitet. Und wenn dich Angst vor dem Morgen, dem Älterwerden oder dem Tod beschäftigt, dann erinnere dich daran: Gottes Geschichte mit dir endet nicht am Grab.

Sei gesegnet!

„Wir sind nicht hier, um für immer zu bleiben.“ – Martin Luther King Jr.

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