Eine Gruppe von Menschen diskutieren

Worte, die bleiben

Jürgen Ferrary
1. April 2026

Kennst du das aus Asterix und Obelix? Immer wieder eskaliert der Streit um den Fisch von Verleihnix. Die große Frage: Ist er noch frisch – oder schon verdorben? Denn eines ist klar: Fauliger Fisch stinkt. Faules Obst wirfst du weg. Morsches Holz trägt nicht – und wärmt nicht.

Wir haben ein gutes Gespür dafür, was verdorben ist. Spannend ist: Genau dieses Bild benutzt Paulus. „Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen …“ (Epheser 4,29). Das Wort, das er hier benutzt („sapros“), meint genau das: verdorben, verfault, unbrauchbar.

Also nicht einfach nur „unnötiges Gerede“. Sondern Worte, die innerlich schon „kippen“. Die nicht gut tun – sondern zerstören. Und plötzlich wird es sehr konkret. Es geht nicht um harmlose Witze. Nicht um lockeren Smalltalk.

Es geht um das, was wir alle kennen: Lästern. Tratsch. Abwertende Kommentare. Halbwahrheiten, die jemanden schlecht dastehen lassen. Worte, die man fast riechen kann. Sie haben eine Richtung: Nicht aufbauen – sondern runterziehen.

Und Jesus sagt: Unsere Worte kommen aus dem Herzen. Das heißt: Was aus unserem Mund kommt, zeigt, was in uns lebt. Deshalb bleibt Paulus nicht beim Verbot stehen. Er gibt uns eine Alternative: „… sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringt denen, die es hören.“

Drei Filter für deine Worte: Ist es gut? Baut es auf? Ist es wirklich notwendig?

Wenn du ehrlich bist: Wie viele unserer Worte würden da durchfallen?

Es gibt eine alte Geschichte: Eine Frau hatte schlecht über ihren Pastor geredet. Als ihr Gewissen sie einholte, ging sie zu ihm, um sich zu entschuldigen. Er sagte: „Ich vergebe dir. Aber tu mir einen Gefallen: Nimm einen Sack voller Federn, geh auf den Kirchturm und streu sie in den Wind.“

Sie tat es.

Als sie zurückkam, sagte er: „Jetzt sammle alle Federn wieder ein.“ Sie antwortete: „Das ist unmöglich! Der Wind hat sie überall hingetragen.“ Der Pastor nickte: „So ist es mit unseren Worten.“

Einmal ausgesprochen, gehen sie ihren Weg. Und du bekommst sie nicht mehr zurück. Das gilt für zerstörerische Worte. Aber – und das ist die gute Nachricht –ves gilt auch für gute Worte. Ein ehrliches Kompliment. Ein ermutigender Satz. Ein Wort über Gottes Liebe.

Vielleicht vergisst du es schnell. Aber der andere nicht. Wenn ich auf mein Leben schaue, gibt es einen Grund, warum ich heute glaube: Weil Menschen Worte gesprochen haben, die aufgebaut haben. Die mir gezeigt haben: Du bist gesehen. Du bist gemeint. Du bist geliebt.

Und vielleicht ist es bei dir ähnlich. Worte tragen. Oder sie reißen ein. Sprüche 18,21 bringt es auf den Punkt: „Tod und Leben stehen in der Gewalt der Zunge.“ Das ist kein kleines Thema. Das ist täglich relevant.

Jeder Satz, den du sprichst, geht in eine Richtung: Leben. Oder ein Stück Tod.

Herausforderung für heute: Nimm dir heute bewusst vor, deine Worte zu filtern: Bevor du etwas sagst, frag dich kurz: Baut das auf? Und dann geh noch einen Schritt weiter: Sprich heute ganz bewusst ein ermutigendes Wort aus. Gezielt. Persönlich. Ehrlich.

Du wirst sehen: Worte haben Gewicht. Nutze sie, um Leben zu bringen.

Sei gesegnet!

„Worte können Fenster sein – oder Mauern.“ (Marshall B. Rosenberg).

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