Jesus schützt seine Menschen

Liebe ohne Schmetterlinge – die Kraft, die wirklich verändert

Jürgen Ferrary
26. Februar 2026

Wenn Jesus uns auffordert, sogar unsere Feinde zu lieben, dann kann er kaum meinen, dass wir Schmetterlinge im Bauch bekommen, wenn uns der Chef unfair behandelt. Er kann auch nicht erwarten, dass jemand, der als Kind misshandelt wurde, plötzlich warme Gefühle für seine Eltern entwickelt. Oder dass eine alte Dame, die gerade überfallen wurde, überschwängliche Sympathie für ihre Räuber empfindet.

Ich könnte diese Liste lange fortsetzen. Denk einfach an einen Menschen, bei dem dein Puls steigt, wenn du nur an ihn denkst. Genau diesen Menschen, sagt Jesus, sollst du lieben.

Das wird verständlicher, wenn wir uns anschauen, was die Bibel unter „Liebe“ versteht. Denn das Griechische kennt mehrere Wörter, wo wir im Deutschen nur eines benutzen.

Philia beschreibt freundschaftliche Zuneigung – das „Ich hab dich gern“ und kommt häufiger in der Bibel vor.
Storge meint die natürliche, familiäre Liebe und wird nur zwei Mal in der Schrift erwähnt.
Eros steht für leidenschaftliche, körperliche Liebe – dieses Wort kommt in der Bibel gar nicht vor, obwohl die Bibel diese Liebe klar in den Rahmen von Ehe stellt.

Und dann gibt es Agape.

Das ist die Liebe, von der Jesus spricht. Eine selbstlose, bedingungslose, göttliche Liebe. Keine Gefühlssache, sondern eine Entscheidung. Dieses Wort taucht in der Bibel rund 200 Mal auf – und es lohnt sich, genau hinzuschauen.

Agape-Liebe wird sichtbar, wenn man sich Jesus anschaut. Er hat nicht nur über Liebe geredet, er hat sie gelebt. Johannes 15,13 bringt es auf den Punkt: „Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde.“

Hier geht es nicht um Romantik. Hier geht es um Liebe in Aktion. Um Handeln. Um Hingabe.

Jesus hat Menschen geholfen, die er vorher nie gesehen hatte. Er hat denen Würde gegeben, die andere abgeschrieben hatten. Er ist sogar für die ans Kreuz gegangen, die ihn verspottet und gehasst haben – um ihnen den Weg zu Gott offen zu halten.

Das ist Agape. Eine Liebe, die gibt, ohne zu rechnen. Eine Liebe, die manchmal wehtut. Aber auch eine Liebe mit einer Kraft, die alles verändern kann. Eine Liebe, von der die Bibel sagt: Gott ist Liebe – nicht nur liebevoll, sondern Liebe selbst.

Und spätestens hier merke ich: Das kann ich nicht aus mir selbst heraus. Ich soll Menschen lieben, die mir egal sind? Oder die mir wehgetan haben? Ganz ehrlich: Das schaffe ich nicht. Aber Gott verlangt nie etwas, wofür er uns nicht auch ausrüstet.

Paulus schreibt: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist“ (Römer 5,5).

Agape-Liebe ist keine menschliche Höchstleistung. Sie ist eine Frucht des Geistes (Galater 5,22). Der erste Schritt ist deshalb nicht, sich zusammenzureißen oder sich selbst zu überfordern. Der erste Schritt ist, sich füllen zu lassen.

Wenn ich merke, dass ich lieben sollte, es aber nicht kann, darf ich Gott genau darum bitten: „Füll mein Herz mit deiner Liebe. Lass deine Liebe in mir wachsen.“

Kleine Herausforderung:
Denk heute an einen Menschen, bei dem dir Lieben schwerfällt – und bete ganz bewusst für ihn. Nicht aus Pflicht, sondern mit der Bitte: Gott, liebe du diesen Menschen durch mich.“

Die Frage bleibt: Bleibe ich bei Philia, Storge oder Eros stehen – oder lasse ich mein Herz verändern, damit Agape Raum gewinnt? Ersteres ist angenehm. Letzteres verändert dich – und die Welt um dich herum.

Sei gesegnet! 

„Die Liebe ist die einzige Kraft, die fähig ist, einen Feind in einen Freund zu verwandeln“ (Martin Luther King Jr.).

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