In den letzten Tagen haben wir einiges angeschaut: Einheit. Training. Leiterschaft. Geistliche Gaben. Alles mit einem Ziel: Dass wir wachsen. Dass wir Altes hinter uns lassen. Dass wir Jesus...
Es war ein Sonntag, und ich war gerade fertig mit dem Predigen. Der Ort war ungewöhnlich: Der Gottesdienst fand in einer Kneipe statt. Nach dem Gottesdienst bleiben viele noch zum Brunch. Man sitzt zusammen, redet über die Predigt, stellt Fragen. Genau das passierte auch an diesem Tag. Wir lachten viel am Tisch – bis einer der Gäste plötzlich sehr ernst wurde. Er sagte sinngemäß: „Ich bin schon lange Christ. Aber das mit der Vergebung bekomme ich nicht hin. Ich weiß, dass Gott mir vergeben hat. Und ich weiß, dass ich anderen vergeben soll. Aber ich kann es einfach nicht.“ Der Mann, der eben noch gelächelt hatte, schaute plötzlich auf seinen Teller. Man merkte sofort: Da ist etwas, das er schon lange mit sich herumträgt. Eine alte Wunde. Eine Last. Der Kopf wusste, was richtig wäre. Aber das Herz konnte es nicht. Ich glaube, viele von uns kennen dieses Dilemma. Es gibt Verletzungen, die so tief gehen, dass Vergebung wie eine fromme Theorie klingt – aber nicht wie eine echte Möglichkeit. Worte von Menschen, die uns bis heute nachhallen. Situationen, die sich in unsere Seele eingebrannt haben. Vielleicht kennst du das auch: Da sind Menschen, die du geliebt und bewundert hast – und irgendwann merkst du: Sie waren nicht die, für die du sie gehalten hast. Da ist ein Zuhause, das sich irgendwann gar nicht mehr wie Zuhause angefühlt hat. Da sind Menschen, von denen du dachtest, sie stehen auf deiner Seite – und plötzlich lassen sie dich fallen. Ich kenne solche Momente auch. Und ich habe lange versucht, meine Wunden zu verdecken. Mit Masken. Mit Anerkennung. Mit Dingen, die für einen kurzen Moment betäuben. Doch der Effekt hielt nie lange. Nach dem kurzen Kick kam immer das böse Erwachen. Die Wunden waren immer noch da. Und obwohl ich Christ war und wusste, dass Jesus heilt, fiel es mir schwer, dieses Angebot wirklich anzunehmen. Bis mir eines Tages eine Wahrheit klar wurde, die alles verändert hat. Als du verletzt wurdest, war Jesus dabei. Egal, ob du ihn damals schon kanntest oder nicht. Er hat die Worte gehört. Er hat gesehen, was passiert ist. Er hat deine Verletzung wahrgenommen. Wenn ich heute merke, dass eine alte Wunde in mir auftaucht, mache ich manchmal etwas ganz Einfaches: Ich schließe die Augen und erinnere mich an die Situation. Und dann stelle ich mir eine Frage: Wo ist Jesus in diesem Moment? Wie schaut er mich an? Was empfindet er für mich? Was würde er mir jetzt sagen? Manchmal passiert dann etwas Überraschendes. Ich merke, dass Jesus mir genau das zuspricht, was mir damals gefehlt hat. Wenn dir jemand signalisiert hat: Du bist wertlos. Dann sagt Jesus: Du bist unendlich wertvoll und bedingungslos geliebt.Wenn dir jemand gesagt hat: Du bist nicht gut genug. Dann sagt Jesus: Du bist gewollt. Niemand hat das Recht, dir deinen Wert abzusprechen.Wenn du dich allein gefühlt hast, als würde niemand für dich kämpfen, dann sagt Jesus: Du bist es wert, dass für dich gekämpft wird. Jesus möchte nicht nur vergeben, was geschehen ist. Er möchte auch die Erinnerungen berühren, die bis heute schmerzen. Und wenn wir beginnen, uns selbst mit seinen Augen zu sehen, passiert etwas Entscheidendes. Wir hören auf, uns durch die zerbrochene Brille anderer Menschen zu betrachten. Und plötzlich entsteht Freiheit. Freiheit, die sogar so weit gehen kann, dass wir denen vergeben, die uns verletzt haben. Nicht weil das Geschehene plötzlich okay wäre – sondern weil unsere Verletzungen uns sonst weiterhin an diese Menschen binden. Jesus löst diese Bindung. Wenn du dich so siehst, wie Gott dich sieht, wirst du entdecken, wer du wirklich bist. Es stellt sich heraus: Gott gibt dir nicht einfach einen neuen Namen. Er zeigt dir, wer du schon immer gewesen bist.Erwählt.Willkommen.Geliebt. Die Wahrheit ist: Du warst die ganze Zeit über gewollt. Herausforderung für heute: Jesus sagt: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt.“ (Johannes 14, 27) Vielleicht stehst du heute an einer inneren Weggabelung. Der eine Weg bedeutet: Du gehst weiter wie bisher – mit deinen alten Verletzungen, mit der zerbrochenen Brille, durch die du dich selbst siehst....
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Immer wieder tobt in uns ein Kampf. Der Pop-Sänger Chris de Burgh hat ihn in einem seiner Lieder aufgegriffen. Dort heißt es: „It’s the classical dilemma between the head...
Durst nach Anerkennung Der Spruch, den wir uns heute anschauen wollen, hat eine Menge Kraft. Er steht in Sprüche 29, 25. Der weise Salomo sagt: „Wer das Urteil der Menschen...




