Ein Mosaik braucht keine heilen Stücke
Wer ein Mosaik betrachtet, sieht auf den ersten Blick vielleicht Chaos: unregelmäßige Formen, scharfe Kanten, Stücke, die offensichtlich einmal etwas anderes waren. Erst auf den zweiten Blick zeigt sich das Bild — und plötzlich ist genau diese Unregelmäßigkeit der Grund, warum es leuchtet.
Maike Behn überträgt dieses Bild auf das Leben: „Aus den Scherben deines Lebens kannst du ein Mosaik gestalten.“
Nicht: Die Scherben werden irgendwann verschwinden. Nicht: Du musst so tun, als wären sie nie gefallen. Sondern: Sie gehören zum Bild. Und mit den richtigen Händen — deinen eigenen und denen, die dich begleiten — werden sie zu etwas, das trägt, das leuchtet, das anderen Mut macht.
Scherben sind kein Versagen
Es gibt eine verbreitete Vorstellung davon, wie ein gelungenes Leben aussehen sollte: geradlinig, ungebrochen, mit möglichst wenigen Rissen. Wer dieser Vorstellung begegnet, schämt sich oft für das, was bei ihm nicht heil geblieben ist. Für die Beziehung, die gescheitert ist. Für die Erkrankung, die alles auf den Kopf gestellt hat. Für die Entscheidung, die sich als Fehler herausgestellt hat. Für das, was einem in der Kindheit widerfahren ist, ohne dass man es gewählt hätte.
Aber Scherben sind kein Zeichen von Versagen. Sie sind Zeichen davon, dass das Leben passiert ist.
Die Bibel ist voll von Menschen, deren Lebensgeschichte reich an Brüchen war: Josef, der verraten und verkauft wurde und später Ägypten rettete. Petrus, der seinen Herrn verleugnete und zur tragenden Säule der frühen Kirche wurde. Paulus, der Verfolger wurde zum Verkündiger. Was wie das Ende aussah, war jedes Mal der Beginn von etwas Neuem — nicht trotz der Scherben, sondern durch sie.

Scherben sind kein Versagen
Es gibt eine verbreitete Vorstellung davon, wie ein gelungenes Leben aussehen sollte: geradlinig, ungebrochen, mit möglichst wenigen Rissen. Wer dieser Vorstellung begegnet, schämt sich oft für das, was bei ihm nicht heil geblieben ist. Für die Beziehung, die gescheitert ist. Für die Erkrankung, die alles auf den Kopf gestellt hat. Für die Entscheidung, die sich als Fehler herausgestellt hat. Für das, was einem in der Kindheit widerfahren ist, ohne dass man es gewählt hätte.
Aber Scherben sind kein Zeichen von Versagen. Sie sind Zeichen davon, dass das Leben passiert ist.
Die Bibel ist voll von Menschen, deren Lebensgeschichte reich an Brüchen war: Josef, der verraten und verkauft wurde und später Ägypten rettete. Petrus, der seinen Herrn verleugnete und zur tragenden Säule der frühen Kirche wurde. Paulus, der Verfolger wurde zum Verkündiger. Was wie das Ende aussah, war jedes Mal der Beginn von etwas Neuem — nicht trotz der Scherben, sondern durch sie.
Drei Wege, diesem Impuls nachzugehen
Geistliche Übung: Die Scherben zu Gott bringen
Du musst die Scherben nicht selbst zusammensetzen. Maike Behn lädt dazu ein, sie im Gebet zu Gott zu bringen — und ihm zu vertrauen, was er daraus machen kann.
Welche biblischen Geschichten ermutigen dich dabei? Wo siehst du in der Schrift Menschen, die mit gebrochenen Stücken angekommen sind — und deren Leben trotzdem, oder gerade deshalb, Bedeutung bekommen hat?
Körperübung: Die geheilte Wunde berühren
Schau dir heute deine Narben an. Nicht mit Scham oder Schmerz — sondern mit Neugier und Zartheit.
Betrachte die Haut rundherum. Berühre die geheilte Stelle liebevoll. Und dann: Danke deinem Körper für das, was er geleistet hat. Für die Heilkräfte, die still und ohne Aufsehen ihre Arbeit getan haben, während das Leben weiterging.
Der Körper heilt — oft ohne dass wir es bewusst steuern oder verdienen. Das ist kein kleines Wunder. Es ist ein stilles Zeugnis dafür, dass Heilung möglich ist.
Zum Nachdenken: Die Scherben-Stärken-Tabelle
Nimm ein Blatt Papier und ziehe eine senkrechte Linie in der Mitte. Zwei Spalten entstehen.
Links: Die Scherben. Was ist zerbrochen? Was hat wehgetan? Was hättest du dir anders gewünscht?
Rechts: Was sich daraus entwickelt hat. Welche Stärke ist entstanden? Welche Empathie hast du gewonnen, die du ohne diesen Bruch nicht hättest? Welche Tiefe, welchen Humor, welche Widerstandskraft?
Diese Übung ist keine Verharmlosung des Schmerzes. Sie ist eine ehrliche Bestandsaufnahme — die zeigt, dass das eine nicht ohne das andere möglich gewesen wäre.

Das Mosaik entsteht nicht trotz der Brüche
Ein Mosaik aus lauter heilen, ungebrochenen Stücken wäre kein Mosaik. Es wäre eine glatte Fläche — ohne Tiefe, ohne Leuchten, ohne Geschichte.
Was dein Leben einzigartig macht, sind nicht die Stellen, an denen alles glatt gelaufen ist. Es sind die Stellen, an denen etwas zerbrochen ist — und trotzdem oder gerade deshalb etwas Neues entstanden ist.
Welche Scherbe in deinem Leben hat dich am meisten geprägt? Und was ist daraus geworden, dass du heute nicht mehr missen möchtest?