Eine Frau erschlägt der Krach, die andere genießt die Stille

Willst du Gott hören? Dann werde still und hör zu!

Jürgen Ferrary
11. Januar 2026

Möchtest du Gottes Traum für dein Leben hören? Möchtest du seine Vision für dich erkennen? Das ist keine harmlose Frage. Denn wenn wir innerlich denken: Ich höre mir mal an, was Gott sagt – und entscheide dann selbst“, kann es sein, dass Gott still bleibt. Nicht aus Trotz. Sondern weil echte Beziehung Offenheit braucht. Zuhören. Bereitschaft.

Aber Gottes Schweigen hat oft noch einen ganz anderen Grund.

Unser Leben ist laut. Hektisch. Überfüllt mit Reizen, Terminen und Dauerbeschallung. Wir hetzen von einem Punkt zum nächsten, scrollen zwischendurch durchs Handy, der Fernseher läuft im Hintergrund, das nächste To-do wartet schon.

Ganz ehrlich: Wie soll Gott durch diesen Lärm hindurch sprechen? Manchmal denke ich, er müsste uns anschreien, um überhaupt gehört zu werden.

Doch Gott schreit nicht. Er lädt ein.

Du musst still werden, um Gott reden zu hören. Wenn du Gottes Vision wahrnehmen willst, musst du den Fernseher ausschalten. Du kannst Gott nicht zuhören und gleichzeitig Netflix laufen lassen. Könnte es sein, dass wir Gottes Stimme nicht hören, weil wir nie zur Ruhe kommen?

Hiob wird einmal mitten in seinem Chaos aufgefordert: „Hör zu, Hiob! Steh still und betrachte die Wunder Gottes!“ (Hiob 37,14)

Stillstehen. Betrachten. Wahrnehmen.
Gott sucht nicht deine Dauerleistung, sondern deine Aufmerksamkeit.

Ich erlebe das ganz konkret in der Schule: Von Generation zu Generation nimmt die Fähigkeit ab, still zu sein und sich zu konzentrieren. Kaum jemand hält noch ein paar Minuten Ruhe aus. Und manchmal habe ich den Eindruck, wir begegnen Gott genauso: zappelig, innerlich rastlos, immer schon auf dem Sprung.

Wir haben das Stillwerden verlernt.

Und dann wundern wir uns, dass Gottes Wille für unser Leben uns fremd bleibt. Dabei ist seine Vision oft größer, tiefer und erfüllender als alles, was wir uns selbst ausdenken könnten. Die ehrliche Frage lautet also: Was ist es mir wert, Gottes Weg für mein Leben zu erkennen?

Habe ich nicht einmal eine halbe Stunde? Oder einen Vormittag? Oder – vielleicht – einen ganzen Tag?

Manche ziehen sich bewusst zurück, machen Einkehrtage, legen ihr Handy weg, gehen spazieren, lesen die Bibel, beten, schreiben Gedanken auf. Nicht, um Gott zu etwas zu zwingen – sondern um wieder hörfähig zu werden.

Nimm dir Zeit. Sprich mit Gott im Gebet. Lass ihn durch die Bibel zu dir reden. Schreib auf, was dich innerlich bewegt. Ordne deine Termine. Prüfe deine Prioritäten. Und stell dir diese eine Frage: „Gott, wohin willst du, dass ich gehe?“

Gott spricht zu Menschen, die sich Zeit nehmen zuzuhören – nicht einmal im Jahr, sondern regelmäßig. Das nennen wir „stille Zeit“.

Du sagst, du hättest keine Zeit dafür? Nun, ich spreche von nichts weniger, als die Frage, warum du überhaupt hier bist. Vielleicht lohnt es sich, still zu werden.

Herausforderung für heute: Plane heute 20 Minuten echte Stille ein. Kein Handy. Kein Multitasking.
Lies Psalm 46,11 („Seid still und erkennt, dass ich Gott bin“). Und frage Gott nur eines: Was möchtest du mir zeigen?“

Sei gesegnet!

„Alles Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können“ (Blaise Pascal).

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