Mann sehnt sich nach einem hellen Weg

Wer sagt, wer du bist?

Jürgen Ferrary
5. Juni 2026

Kennst du das? Du liest einen Bibelvers und bekommst sofort ein schlechtes Gewissen. Nicht, weil du ihn nicht verstehst. Sondern weil du genau weißt, dass du ihm nicht gerecht wirst. Mir geht es manchmal so mit den Worten des Paulus: „Deshalb orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln.“ (Römer 12,2)

Wenn ich ehrlich bin, denke ich oft wie die Welt denkt. Ich rede wie die Welt redet. Ich reagiere wie die Welt reagiert. Und genau deshalb hat mich dieser Vers lange eher belastet als ermutigt. Bis Gott mich eines Tages innerlich auf einen anderen Gedanken aufmerksam machte: „Bevor du krampfhaft versuchst, anders zu leben, finde erst einmal heraus, wer du bist.“

Das hatte ich so noch nie betrachtet. Ich dachte lange, Gott sei besonders stolz auf mich, wenn ich mich richtig verhalte. Wenn ich die Bibel gut umsetze. Wenn ich mich genug von der Welt unterscheide.

Doch heute glaube ich: Gottes Reihenfolge ist eine andere. Er verändert zuerst unsere Identität – und daraus wächst ein verändertes Leben. Paulus schreibt nicht: „Streng dich mehr an!“ Er schreibt: „Lass dein Denken erneuern!“

Warum? Weil unser Denken unser Leben prägt. Die Welt sendet uns jeden Tag dieselbe Botschaft: „Du musst etwas leisten, damit du etwas bist.“ Du musst erfolgreich sein. Attraktiv sein. Beliebt sein. Vermögend sein.

Dann bist du wertvoll. Dann bist du jemand. Und wenn wir nicht aufpassen, übernehmen wir diese Lügen und halten sie irgendwann für die Wahrheit.

Doch Gott sagt: „Pass dich diesem Denken nicht an.“ Dein Wert hängt nicht an deinem Kontostand. Nicht an deinem Aussehen. Nicht an deinem Erfolg. Nicht an der Meinung anderer Menschen. Dein Wert steht längst fest, weil Gott ihn festgelegt hat.

Es nützt dir nichts, irgendwann der Reichste auf dem Friedhof zu sein oder der Schönste, der Erfolgreichste oder Mächtigste! Deshalb beginnt echte Veränderung nicht damit, dass wir uns mehr anstrengen. Sie beginnt damit, dass wir lernen, Gottes Wahrheit mehr zu glauben als den Stimmen um uns herum.

Herausforderung für heute: Wähle einen der folgenden Sätze aus und setze deinen Namen ein. Lies ihn langsam und laut vor.

1. „Nichts in der ganzen Schöpfung wird jemals in der Lage sein, [DEIN NAME] von der Liebe Gottes zu trennen, die sich in Christus Jesus, unserem Herrn, offenbart hat.“ (Römer 8,39b)
2. „[Dein Name], du bist wunderbar und einzigartig geschaffen.“ (Psalm 139,14)
3. „Ich, [Dein Name], bin Gottes Meisterwerk. Er hat mich neu geschaffen in Christus Jesus, damit ich die guten Werke tun kann, die er schon vor langer Zeit für mich vorgesehen hat.“ (Epheser 2,10)
4. „Denn Gott hat mir, [DEIN Name], keinen Geist der Furcht und der Schüchternheit gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Selbstbeherrschung.“ (2. Timotheus 1,7)

Und wenn innerer Widerstand auftaucht, nimm ihn wahr, aber gib ihm nicht das letzte Wort. Sag stattdessen: „Vielleicht fühle ich das gerade nicht. Aber Gott sagt, dass es wahr ist.“ Denn geistliches Wachstum beginnt oft genau dort, wo wir Gottes Wahrheit mehr vertrauen als unseren Gefühlen.

Die Welt hat viele Meinungen darüber, wer du bist. Aber nur eine Stimme hat dich geschaffen. Und diese Stimme sagt, dass du geliebt bist.

Sei gesegnet!

„Du wirst zu dem, was du den ganzen Tag über denkst.“ – Ralph Waldo Emerson

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