Frau streckt ihr Gesicht zum Himmel

Wenn Angst anklopft …

Jürgen Ferrary
30. August 2025

Wir alle kennen die ganze Palette von Gefühlen: Freude, Traurigkeit, Gelassenheit, Wut. Viele Emotionen sind wunderschön – wie Liebe oder Glück. Andere dagegen können uns regelrecht auffressen – Sorgen zum Beispiel.

Gefühle sind ehrlich. Sie verraten, wie es in uns aussieht. Manchmal strahlen wir Frieden, Freundlichkeit und Güte aus. Ein anderes Mal sind unsere Worte hart, bissig, verletzend. Gefühle können von einer Sekunde zur anderen umschlagen – von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt.

Wichtig ist: Gefühle sind keine Sünde! Gott hat sie uns geschenkt, damit wir das Leben intensiv erleben. Aber – Gefühle dürfen uns nicht kontrollieren. Wir sollen sie leiten, nicht sie uns.

Die Bibel zeigt uns Menschen, die mit ihren Emotionen ringen: Saul war eifersüchtig auf David (1. Sam 18,6-9). Hanna klagte Gott ihre tiefe Traurigkeit (1. Sam 1,10). Elia, dieser große Prophet, bekannte offen seine Angst (1. Kön 19,2-4). Und Jesus selbst sagt in der Bergpredigt dreimal: „Sorgt euch nicht … sorgt euch nicht … sorgt euch nicht“ (Mt 6,25-34).

Schaut man sich um, fällt auf: Ein Gefühl packt Menschen besonders oft – Angst.
Wir haben Angst um unsere Kinder. Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Angst vor Krankheit. Angst vor Kriminalität oder davor, im Alter nicht genug zu haben. Die Liste ist endlos.

Manchmal frage ich mich: Gibt es heute wirklich mehr Gründe zur Sorge – oder sind sie durch Social Media und die ständige Nachrichtenflut einfach präsenter? Egal, die Wirkung ist dieselbe: Angst legt sich wie ein Schatten über unsere Seele.

Nichts scheint sicher. Alles ist in Bewegung, vieles wirkt bedrohlich. Und schnell packt uns die Angst – über die Gegenwart, die Zukunft oder sogar unsere Vergangenheit, die wir nicht loswerden.

Lange dachte ich: Angst haben ist Sünde. Denn eigentlich weiß ich ja: Jesus ist mein guter Hirte, er ist immer bei mir. Also bedeutet Angst doch mangelndes Vertrauen, oder?
Aber je länger ich mit Gott unterwegs bin, desto klarer wird: Angst ist zunächst nichts anderes als eine normale menschliche Reaktion. Das Problem ist nicht, dass wir Angst empfinden – sondern was wir mit dieser Angst machen.

Die entscheidende Frage lautet:

  • Wie lange lassen wir die Angst in uns wohnen?
  • Wie viel Raum geben wir ihr?
  • Lassen wir uns von ihr bestimmen – oder bringen wir sie zu Gott?

Angst klopft an – aber wir entscheiden, ob wir ihr die Tür öffnen. Wir entscheiden, ob sie uns kontrollieren darf oder nicht.

Gott lädt uns ein, unsere Ängste bei ihm abzugeben. Nicht verdrängen, nicht schönreden – sondern ehrlich vor ihn bringen. Hanna tat es, Elia tat es, Jesus selbst rang in Gethsemane mit Todesangst. Gott hält es aus, wenn wir ihm unser Herz ausschütten.

Und genau da geschieht das Wunder: Angst verliert ihre Macht, wenn wir sie mit Gott teilen.

In den nächsten Tagen möchte ich dich mitnehmen auf einen Weg: Wie du die Oberhand über deine Ängste gewinnen und ein Leben voller Vertrauen führen kannst. Nicht angstfrei – aber frei von der Herrschaft der Angst.

Denn Gott hat uns „nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Tim 1,7).

Sei gesegnet!

„Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist“ (Ambrose Redmoon).

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