Was kommt dir in den Sinn, wenn du an das Wort Liebe denkst? Vielleicht ein romantisches Candle-Light-Dinner, Händchenhalten im Sonnenuntergang oder dieses berühmte Kribbeln im Bauch. All das ist schön – aber es ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was Gott im Sinn hatte, als er die Liebe erfand.
Gestern habe ich schon auf diesen Vers hingewiesen: „Gott aber beweist uns seine Liebe dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren“ (Römer 5,8).
Gottes Liebe ist mehr als Romantik, mehr als Sympathie, mehr als Freundschaft. Es ist eine Liebe, die etwas kostet. Eine Liebe, die bis an die Grenze geht. Eine Liebe, die den anderen höher achtet als sich selbst.
Wenn wir ehrlich sind, nehmen wir das oft als selbstverständlich hin. Doch halte kurz inne und frage dich: Für wen würdest du dein Leben geben? Vielleicht für deine Kinder. Vielleicht für deinen Ehepartner. Aber für Menschen, die dich ablehnen, die dich verletzen, die schlecht über dich reden?
Genau das hat Gott getan.
Und bevor du jetzt innerlich denkst: Dieses Level an Liebe schaffe ich nie – da bin ich ganz bei dir. Ich auch nicht. Doch lass mich einen Gedanken mit dir teilen: Mit großer Wahrscheinlichkeit wird kaum jemand von uns jemals in die Situation kommen, sein Leben buchstäblich für einen anderen zu geben.
Aber wir kommen täglich in Situationen, in denen Liebe etwas kostet. Zeit. Geduld. Kraft. Stolz. Manchmal Tränen. Deshalb schreibt Paulus: „Vor allem aber bekleidet euch mit der Liebe“ (Kolosser 3,14).
Sich zu bekleiden ist nichts Passives. Ich habe noch nie erlebt, dass Kleidung von selbst aus dem Schrank springt und mich anzieht. Bekleiden ist immer eine bewusste Entscheidung. Ich wähle, was ich anziehe.
Genauso ist es mit der Liebe. Liebe ist nicht zuerst ein Gefühl. Liebe ist eine Entscheidung.
Wenn du darauf wartest, dass du dich danach fühlst, liebevoll zu handeln, wirst du oft warten – vergeblich. Wann immer jemandem geholfen wird, kostet das jemanden etwas. Wann immer gebetet wird, investiert jemand Zeit und Herz. Wann immer vergeben wird, zahlt jemand einen inneren Preis.
Was Jesus für uns getan hat, hat ihn alles gekostet. Unsere Rettung ist ein Geschenk – aber sie wurde teuer erkauft. Und genau hier stellt sich die Frage: Sind wir bereit, selbst zu investieren? Nicht um gerettet zu werden, sondern um diese Liebe weiterzugeben?
Es beginnt jeden Morgen neu. Wenn wir aufstehen und überlegen, was wir anziehen. Ziehen wir Gleichgültigkeit an – die sagt: Andere gehen mich nichts an? Oder ziehen wir Liebe an – die sagt: Ich will heute einen Unterschied machen?
Ich kenne beide Wege. Und ich kann dir sagen: Eigensüchtig durchs Leben zu gehen und wirklich glücklich zu sein – das passt nicht zusammen. Auch wenn ich Fehler habe, auch wenn ich nicht perfekt bin, auch wenn ich noch viel lernen muss: Ich habe mich entschieden, zu investieren. Menschen zu zeigen, dass Jesus lebt. Dass Hoffnung real ist. Dass Liebe trägt.
Kleine Herausforderung: Bevor du heute aus dem Haus gehst, triff bewusst diese Entscheidung: Ich ziehe Liebe an. Und dann lebe sie – ganz praktisch – bei einem Menschen. Heute stehst du vor deinem Kleiderschrank. Was ziehst du an?
Sei gesegnet!
„Vergebung befreit nicht den anderen – sie befreit dich“ (Corrie ten Boom).


