Trauernde Menschen vorm Kreuz

Was bist du wert?

Jürgen Ferrary
8. März 2026

Manchmal habe ich ein zu großes Herz für Menschen, die auffallen. Besonders für Kinder, die „anstrengend“, die „verhaltensoriginell“ sind. Die stören, die laut sind, die Regeln sprengen. Vielleicht liegt das daran, dass ich selbst so ein Kind war.

Heute sehe ich manchmal hinter die Fassade. Hinter das Verhalten. Hinter den Lärm. Und ich denke: Da ist nicht einfach ein schwieriger Mensch. Da ist jemand, der vielleicht nie erfahren hat, dass er geliebt ist.

Wenn ich auf meine eigene Kindheit zurückschaue, erkenne ich vieles besser. Viele meiner Aktionen waren ein Schrei nach Liebe. Genau so, wie es in dem bekannten Song „Schrei nach Liebe“ der Band „Die Ärzte“ beschrieben wird. Ich muss für meine Lehrer ziemlich anstrengend gewesen sein.

Zu Hause bedeutete „Liebe“ oft genug „Hiebe“. Oder Abwesenheit. Meine Mutter kämpfte mit Alkohol, und mein Bruder und ich wussten oft nicht, in welcher Kneipe sie gerade war. Kein Wunder, dass ich in der Schule nicht still sitzen konnte.

Tief in mir saß ein Gedanke: Ich bin nichts wert. Und damit bin ich nicht allein. Viele Menschen tragen diese Frage mit sich herum: Wann ist ein Mensch eigentlich etwas wert?

Wenn man nur die chemischen Bestandteile unseres Körpers betrachtet – Sauerstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff – kommt man auf einen Rohstoffwert von vielleicht ein paar Euro.

Versicherungen rechnen anders. Sie haben Tabellen für Schadensersatz. Nach solchen Berechnungen wurde der „Wert“ eines Menschen einmal auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Aber wir spüren: Das ist nicht die eigentliche Frage. Unsere Gesellschaft sagt oft: Du bist wertvoll, wenn du etwas leistest. Wenn du erfolgreich bist. Wenn du viel besitzt. Wenn du besondere Fähigkeiten hast. Dann wären berühmte Sportler oder Superstars mehr wert als du und ich.

Aber das ist nicht Gottes Sicht. Die Bibel sagt etwas völlig anderes. Im Römerbrief 5,8 steht: „Gott aber beweist uns seine große Liebe gerade dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.“

Nicht nachdem wir unser Leben in Ordnung gebracht hatten. Nicht nachdem wir etwas geleistet hatten. Sondern als wir noch Sünder waren. Das bedeutet: Dein Wert entsteht nicht aus dem, was in dir steckt. Dein Wert kommt von außen – von Gott selbst.

Manchmal ist es genau so bei Dingen, die wir kennen. Ein Stück Metall ist vielleicht wertlos. Aber wenn daraus eine Polizeimarke wird, bekommt es Bedeutung. Ein Stück Papier ist fast nichts wert – bis jemand eine Zahl darauf druckt und es zum Geldschein wird. Der Wert kommt von außen.

Und Gott hat seinen Wert auf dein Leben geschrieben. Nicht mit Tinte. Sondern mit dem Leben Jesu. Am Kreuz zeigte Gott, wie viel du ihm wert bist. Jesus starb nicht für perfekte Menschen, sondern für uns – mit unseren Brüchen, Fehlern und Geschichten.

Vielleicht fühlst du dich manchmal wie dieses auffällige Kind von damals. Vielleicht hast du das Gefühl, du passt nicht hinein, du bist zu viel, zu laut oder zu kompliziert.

Gott sieht dich anders. Du bist nicht wertvoll, weil du perfekt bist. Du bist wertvoll, weil du geliebt bist. Und diese Liebe gilt heute noch.

Kleine Herausforderung: Wenn heute der Gedanke kommt „Ich bin nicht genug“, dann halte kurz inne und sprich bewusst: „Gott liebt mich. Deshalb bin ich wertvoll.“ Lass diese Wahrheit stärker werden als jede alte Stimme in deinem Kopf.

Sei gesegnet!

„Der Wert eines Menschen liegt nicht in dem, was er hat, sondern in dem, was er ist“ (Oscar Wilde).

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