In einem Spalt einer Straße wächst eine Pflanze

Trotz allem weitergehen

Jürgen Ferrary
25. August 2025

Ich bin ein Mensch, der oft mit guter Laune durchs Leben geht. Wer mich näher kennt, weiß natürlich: Auch ich habe meine dunklen Tage. Aber die Freude überwiegt meistens. Manchmal sagen Leute zu mir: „Das liegt bestimmt daran, dass dir das Leben leichtfällt.“ Aber das stimmt nicht.

Auch ich habe Rückschläge erlebt. Situationen, in denen ich dachte: „Jetzt geht es nicht mehr weiter.“ Da war die Geschichte vor eineinhalb Jahren, als wir kurz vor einem Flug merkten, dass das Visum für unseren Sohn abgelaufen war – die ganze Reise stand plötzlich auf der Kippe. Oder der plötzliche Verlust meines Jobs, obwohl ich mir nichts hatte zuschulden kommen lassen. Oder der Diebstahl der Reisekasse einer Pfadfindergruppe, die ich als Student betreute – und ich keine Ahnung hatte, wie ich das je ersetzen sollte.

Und doch: Ich lebe noch. Kein Schlag, keine Sackgasse, keine Krise hat mich zerstört. Warum bin ich oft fröhlich? Genau deswegen. Weil ich erlebt habe: Gott lässt mich nie im Stich.

In der Bibel sagt Gott: „Ich lasse dich nicht im Stich, nie wende ich mich von dir ab.“ (Hebräer 13,5 HfA). Das ist nicht nur ein Satz auf Papier – es ist in meinem Leben Wirklichkeit geworden.

Es gab Momente, da lag ich weinend am Boden. Aber genau da hörte ich Gottes leise Stimme: „Gib mir deine Tränen, gib mir deine Sorgen – ich kümmere mich.“

Es gab Momente, da hätte ich vor Wut auf Menschen platzen können. Doch auch da hörte ich ihn: „Sprich Vergebung aus. Gib mir deine Wut – ich kümmere mich um dich.“

Gott hat sich immer um mich gekümmert. Und er will sich auch um dich kümmern. Vielleicht lässt er dich dein Leid manchmal selbst tragen – aber nur, um dich dann überraschend aufzufangen.

Das erinnert mich an eine kleine Geschichte: Ein Mann stürzt einen Abhang hinunter und klammert sich in letzter Not an einen Ast. Er schreit: „Hilfe!“ Da hört er Gottes Stimme: „Ich bin hier. Soll ich dir helfen?“ Der Mann ruft: „Ja, Herr, bitte!“ – „Dann lass los und vertraue mir.“ Der Mann denkt kurz nach und schreit: „Ist da noch jemand anderes, der helfen kann?“

Genau das ist unser Problem. Wir wollen alles selbst regeln, alles kontrollieren. Wir wollen selbst die Lösung sein. Aber so treten wir oft auf der Stelle. Gott ruft auch uns zu: „Lass los! Vertrau mir!“ – und das bedeutet, weiterzugehen. Nicht stehen bleiben. Nicht am Alten festhalten.

Wenn du bereit bist, weiterzugehen und loszulassen, wirst du erleben: Gott hat vielleicht eine andere Lösung, als du erwartest, einen anderen Weg, als den, den du gehen willst, aber indem du weitergehst, wirst du sein unerwartetes Eingreifen erleben.

Darum meine Frage an dich: Wirst du heute – trotz allem – weitergehen und darauf vertrauen, dass du Gottes Eingreifen rechtzeitig erleben wirst?

Sei gesegnet!

„Das Leben ist zu 10 % das, was passiert – und zu 90 % das, wie wir darauf reagieren“ (Charles R. Swindoll).

Mehr Gedanken

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner
Warning