Mann mit Laterne

Sprich deinen Traum aus – und geh los

Jürgen Ferrary
13. Januar 2026

Vor über 20 Jahren wurde ich gefragt, ob ich bei einem Gemeindegründungsprojekt als Pastor mitarbeiten wolle. Mein Herz brannte dafür, neue Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Aber eines wusste ich sicher: Bevor ich einen Schritt gehe, würde ich Gott fragen, was er dazu sagt.

Vier Männer mit unterschiedlichen Prägungen trugen damals den Traum im Herzen, im Süden von Berlin eine Gemeinde zu gründen. Wir beteten, fragten Gott und er bestätigte es: Gebete wurden erhört, Türen öffneten sich und die Arbeit wurde gesegnet.

Was mir besonders auffiel, war die Leidenschaft zweier Männer, die ihren Traum offen und frei aussprachen. Wo immer sie hinkamen – Christen, Kirchengänger oder Menschen ohne Kirche – erzählten sie von dem, was sie innerlich bewegt hatte. Und genau dadurch wurde ihr Feuer weitergegeben:
Einige Menschen wurden begeistert, manche boten Hilfe an, andere schlossen sich dem Projekt an.

Damals lernte ich eine wichtige Lektion: Wenn du einen Traum von Gott empfängst, dann sprich ihn aus und teile ihn mit anderen.

Allein das Aussprechen setzt ein Zeichen des Glaubens. Es ist wie ein Samen, der auf fruchtbaren Boden fällt. Zunächst ist der Traum nur in deinem Herzen. Doch wenn du ihn aussprichst – laut oder schriftlich –, beginnt er für dich und andere lebendig zu werden: „Das ist es, wovon ich glaube, dass Gott es in meinem Leben tun will.“

Die Männer damals waren überzeugt, dass ihr Traum von Gott kam. Sie hielten ihn nicht „hinterm Berg“. Sie erzählten davon, teilten ihre Vision und blieben dran.

Paulus fasste seine Lebensausrichtung einmal so zusammen: „Mein Leben ist mir nicht wichtig. Vielmehr will ich bis zum Schluss den Auftrag ausführen, den mir Jesus, der Herr, gegeben hat: die rettende Botschaft von Gottes Gnade zu verkünden“ (Apostelgeschichte 20,24).

Das ist ein gutes Wort für uns: Empfangen, aussprechen, losgehen, dranbleiben.

Warum aber anderen von dem erzählen, was Gott dir gesagt hat?
Ich glaube, es hat mindestens drei enorme Vorteile:1. Du verpflichtest dich selbst.

Wenn du deinen Traum aussprichst, wird der Weg zurück schwerer. Du wirst motivierter – nicht weil andere zuschauen, sondern weil dein Glaube sichtbarer wird und du dich nicht mehr hinter „unausgesprochenen Gedanken“ verstecken kannst.

2. Du ziehst andere an.
Gottes Träume wirken anziehend. Menschen schließen sich an, beten für dich, unterstützen dich praktisch oder finanziell. Ein Traum von Gott verbindet Menschen – auch solche, die du noch gar nicht kennst.

3. Du setzt deinen Glauben frei.

Wenn du sprichst, was Gott dir aufs Herz gelegt hat, trittst du aus dem Boot. Du wagst den ersten Schritt auf dem Wasser. Und Gott bestätigt deinen Glauben. Worte setzen Kraft frei. 

Herausforderung für heute: Nimm dir heute Zeit und frage dich: Was hat Gott mir für einen Traum aufs Herz gelegt? Und selbst wenn du noch keine konkrete Vision spürst – bitte Gott heute darum. Und dann sprich die ersten Schritte aus: laut, schriftlich oder im Gespräch mit einem Freund. Das allein macht deinen Traum realer und gibt ihm Raum, zu wachsen.

Sei gesegnet!

„Vision ohne Aktion ist nur ein Traum. Aktion ohne Vision ist Zeitverschwendung“ (Joel Barker).

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