Familien beim Picknick

Raus aus den alten Klamotten

Jürgen Ferrary
27. März 2026

„Change is inevitable – except at a vending machine.“ Veränderung ist unvermeidlich – außer am Getränkeautomaten. Ein genialer Satz von Robert C. Er spielt mit dem Wort „change“: Wandel und Wechselgeld. Im Leben bewegt sich alles. Nur der Automat bleibt starr.

Und wir? Eigentlich auch nicht. Wir verändern uns. Ständig. Und doch gibt es Bereiche, da fühlt es sich an, als würde sich nichts bewegen. Vor allem beim eigenen Charakter.

Kennst du das? Du hast dir so oft vorgenommen, dich zu ändern. Hast gekämpft. Gebetet. Neu angefangen. Und trotzdem landest du wieder in denselben Mustern. Die gleiche Reaktion. Die gleiche Schwäche. Die gleiche Sünde.

Und dann liest du: „Werde Jesus ähnlicher.“ Und denkst: Ernsthaft? Wie soll das gehen? Paulus kannte diesen inneren Kampf. Und er schreibt: „Lasst uns die Wahrheit in Liebe leben und in allem zu Christus hinwachsen … Jeder Teil leistet seinen Beitrag. So wächst der Leib und wird aufgebaut durch die Liebe“ (Epheser 4,15–16).

Seine Antwort überrascht: Er sagt nicht: „Streng dich mehr an.“ Er sagt: „Lebe in der Wahrheit.“ Ein paar Verse später erklärt er, was das bedeutet: „Zieht das neue Leben an wie neue Kleider. Ihr seid neue Menschen geworden.“ (Epheser 4,24).

Dieses Bild ist stark. Stell dir vor, in deinem Schrank hängt ein perfekt sitzender, maßgeschneiderter Anzug. Was musst du tun? Zwei Dinge: Das Alte ausziehen. Das Neue anziehen.

Der Anzug ist schon da. Du musst ihn dir nicht verdienen. Du musst nicht vor dem Schrank stehen und mit deiner Kreditkarte winken, um ihn zu „bezahlen“ (oder auch nur anzugeben, wie cool du bist). Du darfst ihn einfach anziehen. Genau so ist es mit deinem neuen Leben in Christus.

Das Alte ablegen heißt: Schuld benennen. Fehler nicht schönreden. Dinge bewusst loslassen. Kurz gesagt: ans Kreuz bringen. Und dann? Das Neue anziehen.

Wie das geht? Indem du in der Wahrheit lebst. Indem du nah bei Jesus bleibst. Indem du dich immer wieder neu auf ihn ausrichtest. Und hier kommt die gute Nachricht: Gott kennt deinen Frust. Er kennt deine Rückfälle. Er sieht, wie oft du scheiterst. Und er ist nicht genervt.

Er sagt nicht: „Jetzt reicht’s aber.“ Er sagt: „Zieh das Alte, Schmutzige aus. Und zieh das Neue an, was ich für dich habe.“ Und wenn du morgen wieder zu den alten Klamotten greifst? Dann gilt immer noch: Du darfst sie wieder ausziehen. Und wieder neu anfangen.
Und wieder.
Und wieder.

Veränderung passiert selten auf einmal. Aber sie passiert – Schritt für Schritt. Nicht durch Druck. Sondern durch Nähe zu Jesus.

Herausforderung für heute: Wo wünschst du dir Veränderung? Sei ehrlich. Benenne ein oder zwei konkrete Punkte. Bring sie heute bewusst vor Gott. Nicht allgemein. Sondern konkret. Leg das Alte ab. Und dann triff eine bewusste Entscheidung, heute einen kleinen Schritt im „Neuen“ zu gehen.
Nicht perfekt.
Aber echt.

Sei gesegnet.

„Wir können nicht werden, was wir sein wollen, indem wir bleiben, was wir sind“ (Max DePree).

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