Frau mit Rucksack auf Wanderschaft

Mehr als deine Angst

Jürgen Ferrary
3. Juni 2026

Kennst du Menschen, die eine besondere Ruhe ausstrahlen? Ich meine nicht die Lauten. Nicht die, die ständig beweisen müssen, wie stark sie sind. Und auch nicht die, die hinter einer großen Fassade ihre Unsicherheit verstecken. Ich meine Menschen, die in sich ruhen.

Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Die nicht perfekt sind, aber irgendwie gefestigt wirken. Mutig. Klar. Stark. Warum? Vielleicht, weil sie wissen, wer sie sind.

Wenn ich mich heute umschaue, habe ich den Eindruck, dass Angst immer mehr Raum einnimmt. Vielleicht war sie schon immer da und ich nehme sie nur bewusster wahr. Aber eines steht fest: Angst begegnet uns überall.

Manche Angst ist sinnvoll. Sie schützt uns vor echten Gefahren. Doch andere Angst lähmt uns. Sie hält uns zurück, den nächsten Schritt zu gehen. Sie macht uns unsicher, lässt uns zweifeln und raubt uns manchmal die Freude am Leben. Sie kann Beziehungen belasten, Chancen verhindern und uns in Gedankenspiralen gefangen halten.

Manche Ängste entstehen durch Erfahrungen, die tiefe Spuren hinterlassen haben. Verletzungen. Ablehnung. Missbrauch. Schmerzhafte Erinnerungen. Und manchmal tauchen diese Ängste plötzlich wieder auf, obwohl wir dachten, sie längst überwunden zu haben.

Deshalb berührt mich ein Vers besonders: „Denn der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft, sondern er erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1,7) Dieser Gedanke hat mein Denken verändert. 

Gott gibt uns keinen Geist der Angst. Das bedeutet nicht, dass Christen niemals Angst haben. Aber Angst soll nicht bestimmen, wer wir sind. Gott möchte nicht, dass wir von Angst regiert werden. Er möchte, dass wir aus seiner Gegenwart heraus leben.

In diesem einen Vers liegen drei unglaubliche Zusagen:

Kraft. Die Fähigkeit, trotz Unsicherheit weiterzugehen.
Liebe: Eine Liebe, die stärker ist als Angst und uns daran erinnert, dass wir nicht allein sind.
Besonnenheit: Ein klarer, ruhiger Verstand, wenn Sorgen laut werden.

Was mich daran fasziniert: Gott fordert hier nicht zuerst mehr Mut von uns. Er verspricht seine Gegenwart. Die Kraft kommt von ihm. Die Liebe kommt von ihm. Die Klarheit kommt von ihm.

Vielleicht liegt echte Stärke genau darin. Nicht darin, keine Angst zu haben. Sondern darin, trotz Angst zu vertrauen. Denn Mut bedeutet nicht, dass wir uns stark fühlen. Mut bedeutet, den nächsten Schritt zu gehen, obwohl wir uns schwach fühlen.

Und genau dort möchte Gott uns begegnen. Nicht erst, wenn wir alles im Griff haben. Sondern mitten in unserer Unsicherheit. Vielleicht ist wahre Stärke nicht die Abwesenheit von Angst. Vielleicht ist wahre Stärke das Vertrauen, dass Gott größer ist als das, wovor wir Angst haben.

Herausforderung für heute:

Welche Angst bestimmt gerade dein Denken? Bring sie heute ganz bewusst vor Gott. Nicht oberflächlich. Nicht schnell. Sondern ehrlich. Bitte den Heiligen Geist, dich mit seiner Kraft, seiner Liebe und seiner Besonnenheit zu erfüllen.

Und frage dich: Handle ich gerade aus Vertrauen oder aus Angst? Wo möchte Gott, dass ich heute einen mutigen Schritt gehe?

„Herr, erfülle mich mit deiner Kraft, deiner Liebe und deinem Frieden. Lass nicht die Angst bestimmen, wer ich bin, sondern deine Wahrheit. Zeige mir, wer ich in deinen Augen bin, und schenke mir den Mut, aus dieser Identität heraus zu leben. Amen.“

Sei gesegnet!

„Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst.“ – Ambrose Redmoon

Mehr Gedanken

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner
Warning