Als wir im Jahr 2000 den Impuls bekamen, eine Worshipnight in Berlin zu starten, erklärten uns viele, das sei eine verrückte Idee. Unser kleines Team – damals kaum zehn Leute – hatte bisher Gottesdienste für kirchenferne Menschen organisiert. Nun wollten wir einmal nur für uns eine Worshipnight feiern.
Es kamen vielleicht 30 Gäste. Klein, überschaubar – aber es war ein Anfang. Und was für einer! Denn Gott machte uns an diesem Abend deutlich: Hebt diese Worshipnight auf ein anderes Level. Also versuchten wir, Menschen aus anderen Gemeinden zu begeistern. Doch die ersten Reaktionen waren skeptisch.
Manche belächelten uns. Andere nahmen uns mit ihren Kommentaren unbewusst den Mut. Das Hauptargument: „So etwas wie eine Worshipnight kennt hier niemand. Und euch kennt auch keiner.“ Viele Gemeinden waren damals stark mit sich selbst beschäftigt – und hatten wenig Lust, sich woanders einzubringen.
Was also sollten wir mit unserer kleinen Kraft schon bewegen?
Nun – eine ganze Menge.
In den folgenden Jahren wurde aus einem kleinen Treffen die Berlin Worshipnight. Immer am ersten Novemberwochenende kamen vier bis fünf Bands aus unterschiedlichen Gemeinden zusammen, um Gott zu feiern. Bald waren es 600 Besucher, die anbeteten und für die Stadt beteten.
Anfangs mussten wir mühsam Bands finden, die bereit waren, mitzuwirken. Doch schon bald war das Gegenteil der Fall: So viele wollten dabei sein, dass wir zusätzlich eine zweite Worshipnight im Frühjahr starteten.
Erst Corona brachte das Ganze zum Stillstand. Heute fragen wir neu: „Herr, was ist jetzt dran?“ Denn mittlerweile gibt es viele kleine und große Worshipnights in der Stadt. Unsere eigenen Gottesdienste haben wir nach dem Ruhestand des Pfarrers beendet. Und unser Team – inzwischen auf fast 60 Mitarbeiter angewachsen – ist heute in vielen Gemeinden verstreut aktiv.
Und wir? Wir sind wieder klein geworden. Vier Musiker, ein Restteam, das weit weg von den 600 Besuchern ist. Wieder fragen wir uns: „Was können wir mit so kleiner Kraft schon bewegen?“
Vielleicht kennst du genau dieses Gefühl. Dein Team ist zu klein. Deine Mittel zu begrenzt. Deine Kraft reicht nicht. Doch die Wahrheit ist: Wenn Gott dir einen Auftrag gibt, dann ist „zu klein“ kein Argument. Selbst wenn du allein bist – er wird dir alles geben, was du brauchst.
Die eigentliche Frage ist nicht, ob deine Kraft reicht, sondern: Ist dein Herz bereit? Willst du überhaupt hören, wenn Gott dir etwas aufs Herz legt? Willst du dich senden lassen?
Jesus sagt:
„Wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, könnt ihr zu diesem Berg sagen: ‚Rück dich von hier nach dort!‘ – und er wird weichen. Nichts wird euch unmöglich sein“ (Matthäus 17,20).
Ein Senfkorn ist winzig, fast unscheinbar. Aber die Pflanze, die daraus wächst, ist stark, kräftig und bringt Frucht. Genau das will Gott tun: Aus deinem kleinen Samen etwas Starkes erwachsen lassen.
Schau nicht auf die, die größer wirken, die mehr Geld, Einfluss oder Rampenlicht haben. Schau nicht auf die Namen, die glänzen. Gott hat seinen Plan nicht mit „den anderen“ – sondern mit dir. Vielleicht ruft er dich nicht ins Olympiastadion. Vielleicht aber doch. In jedem Fall sagt Jesus:
„Alles ist möglich, wenn du mir vertraust“ (Markus 9,23).
Darum: Unterschätze deine kleine Kraft nicht. In Gottes Händen kann sie Berge bewegen.
Danke, dass es dich gibt.
Sei gesegnet.
„Sei du selbst die kleine Flamme, die ein großes Feuer entzündet“ (Sprichwort aus Afrika).