Wie gehst du damit um, wenn Dinge aus dem Ruder laufen? Wenn Pläne plötzlich in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus? Oder wenn du betest, wartest – und trotzdem scheinbar nichts passiert? Manchmal fühlt es sich an, als würde die Dunkelheit dieser gefallenen Welt gewinnen. Als hätten Chaos, Schmerz und Enttäuschung das letzte Wort.
Ich merke jedenfalls immer wieder, wie schnell Negatives mein Denken beeinflusst. Und das, obwohl ich glaube, dass Gott es gut mit mir meint. Dass er nicht zufällig Dinge geschehen lässt. Dass er nicht wegschaut oder Situationen einfach ignoriert.
Ich glaube, dass Gott seine Hand über unserem Leben hält und keine Fehler macht. Die Auferstehung war deshalb auch kein göttlicher Notfallplan. Kein hektischer Versuch, eine eskalierte Situation doch noch irgendwie zu retten. Sie war von Anfang an Teil seiner Geschichte mit uns.
Der Prophet Jeremia schrieb etwa 600 Jahre vor Jesus folgende Worte Gottes auf: „Es kommt die Zeit, in der ich mit dem Volk Israel und dem Volk von Juda einen neuen Bund schließe … Ich schreibe mein Gesetz in ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.“ (Jeremia 31,31–33)
Diese Worte entstanden nicht in einer Zeit des Aufbruchs, sondern mitten in einer Krise. Jerusalem stand kurz vor dem Untergang. Der Tempel würde zerstört werden. Das Volk blickte in eine ungewisse Zukunft. Wenn es jemals einen Moment gab, in dem alles nach Niederlage aussah, dann dieser.
Und genau dort spricht Gott Hoffnung hinein.
Nicht: „Mal sehen, ob sich noch etwas retten lässt.“
Nicht: „Vielleicht finde ich irgendwann einen neuen Weg.“
Nicht einmal: „Ihr habt alles kaputt gemacht.“
Sondern: „Ich werde.“ Was für ein Satz.
Noch bevor das Volk im Exil war, sprach Gott bereits von Wiederherstellung. Noch bevor Jesus geboren wurde, stand der neue Bund schon fest. Das leere Grab war nicht der Beginn von Gottes Rettungsplan. Es war seine Erfüllung.
Hunderte Jahre später schreibt Paulus: „Schon vor allen Zeiten war es Gottes Plan, uns in seinem Sohn Jesus Christus seine Gnade zu schenken.“ (2. Timotheus 1,9)
Das bedeutet: Gott wurde von der Dunkelheit dieser Welt nie überrascht. Das Kreuz war keine Reaktion auf menschliches Versagen. Es war Liebe mit Absicht. Schon lange bevor wir überhaupt verstanden haben, dass wir Rettung brauchen würden, hatte Gott bereits einen Weg geschaffen.
Das fasziniert mich immer wieder. Während ich oft nur das sehe, was gerade schiefläuft, sieht Gott bereits weiter. Während ich denke, etwas gerät außer Kontrolle, bleibt Gott souverän. Nicht kalt oder distanziert, sondern liebevoll und präsent.
Vielleicht musst du das heute hören: Gott improvisiert nicht mit deinem Leben.
Auch wenn du manche Dinge gerade nicht verstehst, heißt das nicht, dass Gott keinen Plan hat. Nur weil es dunkel ist, bedeutet das nicht, dass Gott aufgehört hat zu wirken.
Kleine Herausforderung für heute: Wo kannst du – vielleicht erst im Rückblick – erkennen, dass Gott längst gehandelt hat, obwohl du dachtest, er wäre still?
Sei gesegnet!
„Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.“ – Erich Kästner


