Im englischsprachigen Raum gibt es ein berühmtes Kinderlied, an dem kaum jemand vorbeikommt, der auch nur ansatzweise mit Kirche zu tun hatte: „Jesus loves me, this I know, for the Bible tells me so“ (Jesus liebt mich – das weiß ich, denn die Bibel sagt es mir). Und diese Botschaft ist wahr. Tief wahr. Jesus liebt dich. Und mich.
Er hat uns zuerst geliebt – lange bevor wir Interesse an ihm hatten. Wenn du Jesus noch nicht kennst, dann ist das vielleicht die wichtigste Botschaft überhaupt: Du bist geliebt.
Doch in diesem Satz steckt noch mehr. Die ersten Christen wurden nicht zuerst „Christen“ genannt, sondern „Anhänger des Weges“. Die Apostelgeschichte benutzt diesen Begriff mehrfach. Warum? Weil Jesus selbst gesagt hat: „Ich bin der Weg“ (Johannes 14,6).
Ein Weg hat immer mit Bewegung zu tun. Ich stehe davor – und entscheide mich, ob ich ihn gehe oder nicht. Christsein ist kein Stillstand, kein Etikett, kein frommer Aufkleber. Es ist ein Weg. Und ein zentraler Bestandteil dieses Weges ist: Liebe.
Jesus hat uns zuerst geliebt – und genau deshalb sollen auch wir wir lieben. Mehr noch: An unserer Liebe soll man uns erkennen (Johannes 13,35). Liebe gehört nicht nur zum Weg von Jesus. Liebe ist der Weg. Die Pflastersteine, auf denen wir gehen.
Und jetzt kommt das Entscheidende: „Denn wir wissen, wie sehr Gott uns liebt, weil er uns den Heiligen Geist geschenkt hat, der unsere Herzen mit seiner Liebe erfüllt“ (Römer 5,5).
Das bedeutet: Gott verlangt nichts von uns, was er uns nicht vorher selbst geschenkt hat. Wir müssen keine Liebe produzieren, die wir nicht haben. Wir müssen nichts vorspielen. Gottes Liebe wird uns gegeben – durch seinen Geist.
Aber alles, was Gott gibt, will er, dass es wächst und weiterfließt. Das war schon am Anfang so. Liebe ist nie dafür gedacht, bei uns stehen zu bleiben.
Wir sind der Leib Christi auf dieser Erde – Hände, Füße, Mund, Ohren (1. Korinther 12). Ganz ehrlich: Ich wäre vermutlich nie Christ geworden, wenn ich diese Liebe nicht durch andere Menschen erlebt hätte. Und ich glaube, vielen geht es genauso.
Dafür reicht kein frommer Spruch und kein christlicher Aufkleber. Jemand sagte einmal zu mir: „Wenn du dich nicht wie ein Christ benimmst, dann reiß den Aufkleber von deinem Auto.“ Hart – aber wahr.
Jesus zeigt uns, wie Leben aussieht, das ihm ähnlicher wird. Nicht religiös-abgehoben. Nicht moralisch überheblich. Sondern anders – im besten Sinn.
Die meisten Menschen denken zuerst an sich selbst. Wenn du anfängst, auf deiner Arbeit bewusst zu lieben, wirst du auffallen. Wenn du in deiner Nachbarschaft Liebe lebst, wird sich etwas verändern.
Vielleicht heißt das ganz konkret:
– dem älteren Ehepaar beim Garten helfen
– die einsame Nachbarin besuchen
– der alleinerziehenden Mutter Unterstützung anbieten
Ich weiß nicht, was in deinem Umfeld möglich ist. Aber ich weiß: Wenn du dein Herz öffnest und den Weg gehst, wird Gott dir kreative Möglichkeiten zeigen, seine Liebe durch dich fließen zu lassen.
Das fühlt sich vielleicht weniger bequem an als „Jesus loves me, this I know“.
Aber es ist genau dieser Weg, der die Welt verändert.
Kleine Herausforderung: Wenn du den Mut hast, dann bitte Gott heute ganz konkret: „Zeig mir einen Menschen, dem ich deine Liebe praktisch zeigen kann.“ Und dann geh los.
Sei gesegnet!
„Liebe ist stärker als Hass, und Vergebung stärker als Rache“ (Corrie ten Boom).


