„Ich habe einen Traum.“ Keinen so großen und weltverändernden Traum wie Martin Luther King Jr., den ich sehr bewundere. Sondern einen Traum für mein eigenes Leben. Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt, wie gut es mir tut, wenn ich dem Geist Gottes Raum gebe. Wenn ich mich erfüllen lasse. Wenn ich bewusst die Kontrolle abgebe.
Ich durfte erleben, wie Gottes Geist tröstet. Wie er Weisheit schenkt. Wie er prophetisch spricht. Wie er durch mich wirkt und andere berührt. Ich habe erlebt, wie Menschen frei wurden von Süchten, wie sie Heilung erfuhren – und manchmal auch einfach neue Kraft, Mut und Hoffnung bekamen.
Einmal bat mich jemand, für eine völlig fremde Person zu beten. Ich wusste nichts über ihre Situation. Also bat ich innerlich den Heiligen Geist um Hilfe. Und plötzlich kamen Worte, die ich mir nicht selbst zurechtgelegt hatte. Als ich fertig war, fragte mich die Person erstaunt, wer mir vorher von ihrer Situation erzählt hätte.
Solche Momente haben mich tief geprägt. Ich habe Gottes Geist ganz unterschiedlich erlebt: manchmal leise und seelsorgerlich, manchmal kraftvoll und beinahe überwältigend. Aber oft kam danach schnell wieder der Alltag. Die Erfahrung wurde zur Erinnerung. Bewegend, aber eben Erinnerung.
Und genau deshalb habe ich diesen Traum: Dass der Geist Gottes nicht nur gelegentlich Raum in meinem Leben bekommt. Nicht nur bei christlichen Events. Nicht nur auf der Bühne. Nicht nur dann, wenn andere erwarten, dass ich „geistlich“ funktioniere.
Sondern im Alltag. Im Straßenverkehr. In Gesprächen. Bei Entscheidungen. Auf der Arbeit. Zu Hause. Paulus schreibt: „Durch Gottes Geist haben wir neues Leben, darum wollen wir uns jetzt ganz von ihm bestimmen lassen!“ – Galater 5,25
Genau das wünsche ich mir.
Ich möchte nicht erst zu Gott laufen, wenn alles auseinanderfällt. Nicht erst beten, wenn meine Möglichkeiten enden. Ich möchte aus seiner Gegenwart leben. Mit ihm unterwegs sein. Aber ehrlich gesagt: Das geht langsamer, als mir lieb ist.
Ich würde lieber sprinten. Schnell lösen. Entscheiden. Vorangehen. Und Gott bitten, meinen Plan danach noch zu segnen. Doch mit dem Geist Gottes im Gleichschritt zu gehen bedeutet, dass jemand anderes das Tempo vorgibt.
Und meistens führt er nicht spektakulär. Sondern durch eine Bibelstelle, die dich nicht loslässt. Durch einen inneren Frieden oder eine Unruhe. Durch eine leise Überzeugung, die beharrlich bleibt. Durch Menschen, die Jesus lieben und dir ehrlich etwas spiegeln.
Nicht jeder Impuls ist automatisch Gottes Stimme. Aber der Geist Gottes wird immer Christus verherrlichen. Er wird dich niemals vom Wesen Jesu oder vom Wort Gottes wegführen. Manchmal stürme ich trotzdem los und versuche Türen aufzubrechen, die noch geschlossen sind. Und manchmal zögere ich, obwohl ich eigentlich längst weiß, was Gehorsam bedeuten würde.
Im Gleichschritt mit Gottes Geist zu leben heißt weder zu rennen noch stehenzubleiben. Es bedeutet, sich auszurichten. Nicht besonders spektakulär. Nicht immer emotional (manchmal schon). Aber täglich. Ein leises Ja. Ein bewusstes Nein. Und Schritt für Schritt bewegt vom Tempo der Gnade Gottes.
Das ist mein Traum.
Denn ich glaube: Wenn Gottes Geist wirklich mehr Raum in meinem Leben bekommt, verändert das nicht nur einzelne Momente. Es verändert meinen Charakter. Mein Denken. Mein Handeln. Mein ganzes Leben.
Herausforderung für heute: Wo steuerst du dein Leben gerade allein? Und was würde sich verändern, wenn du dem Heiligen Geist dort bewusst mehr Raum geben würdest? Vielleicht beginnt geistliches Wachstum heute einfach mit diesem einen Satz: „Heiliger Geist, führe mich.“
Sei gesegnet!„Zwanzig Jahre von jetzt an wirst du dich mehr über die Dinge ärgern, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast.“ – Mark Twain


