Eine Frage beschäftigt mich immer wieder: Wie sehe ich mich eigentlich selbst? Das klingt zunächst harmlos. Doch die Antwort auf diese Frage prägt unser ganzes Leben. Denn so, wie ich mich selbst sehe, werde ich denken, handeln und Entscheidungen treffen. An guten Tagen fällt das kaum auf. Aber was ist, wenn der Gegenwind stärker wird?
Wenn du trotz guter Chancen den Job nicht bekommst. Wenn andere dich für einen großartigen Ehemann halten, du selbst aber nur deine Fehler siehst. Wenn um dich herum alle Karriere machen und du das Gefühl hast, auf der Stelle zu treten.
Oft beginnen solche Unsicherheiten schon früh. Ich erinnere mich an den Sportunterricht in der Schule. Zwei Mannschaftskapitäne wählen ihre Teams. Name für Name wird aufgerufen. Nur deiner nicht. Jedes Mal fühlt es sich an wie ein kleiner Stich ins Herz.
Und irgendwann beginnen wir, aus solchen Momenten Geschichten über uns selbst zu schreiben: Ich bin nicht gut genug. Ich bin nicht wichtig. Mit mir stimmt etwas nicht.
Doch dann lese ich diese erstaunlichen Worte des Propheten Zefania: „Der HERR, dein starker Gott, der Retter, ist bei dir. Begeistert freut er sich an dir. Vor Liebe ist er sprachlos ergriffen und jauchzt doch mit lauten Jubelrufen über dich.“ (Zefania 3,17)
Was für ein Bild!
Gott duldet dich nicht bloß. Er erträgt dich nicht gerade so. Er freut sich über dich. Der Schöpfer des Universums sieht dich an – und sein Herz wird weit. Mehr noch: Der Vers beschreibt Gott wie einen Vater, der voller Freude über sein Kind singt.
Wenn du morgens aufwachst und dich über dich selbst ärgerst. Wenn du an das Gespräch von gestern denkst, das gründlich schiefgelaufen ist. Wenn du wieder viel zu lange durch soziale Medien gescrollt hast. Wenn die kritische Stimme in deinem Kopf lauter wird als alles andere. Dann halte einen Moment inne. Und probiere diese kleine Übung aus:
1. Stell dich vor einen Spiegel. Schau dir selbst in die Augen. Das ist oft schwieriger, als man denkt.
2. Sprich langsam und bewusst diese Sätze aus:
„Gott ist hier bei mir.“
„Gott liebt mich bedingungslos.“
„Gott freut sich über mich.“
3. Wiederhole jeden Satz mehrere Male. Nicht als magische Formel. Sondern als Erinnerung an eine Wahrheit, die leicht in Vergessenheit gerät. Denn unser Problem ist selten, dass Gott uns vergessen hat.
Unser Problem ist oft, dass wir vergessen haben, wie Gott uns sieht. Es geht dabei nicht um positives Denken oder Selbstoptimierung. Es geht darum, Gottes Sichtweise mehr zu vertrauen als unseren Selbstzweifeln.
Denn die Wahrheit über dein Leben wird nicht von deinen Fehlern bestimmt. Sondern von dem Gott, der über dich singt.
Herausforderung für heute: Schreibe einen der drei Sätze auf einen Haftzettel und klebe ihn an deinen Spiegel. Mach ihn zu einer täglichen Erinnerung daran, dass deine Identität nicht von Leistung, Erfolg oder den Meinungen anderer Menschen abhängt.
Sondern von dem Gott, der sich über dich freut.
Sei gesegnet!
„Du selbst verdienst deine Liebe und Zuneigung genauso wie jeder andere Mensch auf dieser Welt.“ – Buddha


