sprechender Mund und Totenkopf

Du solltest dich mal reden hören!

Jürgen Ferrary
28. August 2025

„Du solltest dich mal reden hören! Hallo?! Hörst du dir eigentlich selber zu?“ – Diesen Satz habe ich schon öfter gehört. Vor allem von meiner Frau. Und – ich gebe es zu – meistens hat sie recht.

Unsere Worte sind eine scharfe Waffe. Sie können verletzen, entmutigen, zerstören. Die Bibel drückt es noch viel drastischer aus: „Worte haben Macht: Sie können über Leben und Tod entscheiden.(Sprüche 18,21)

Ich selbst bin ein ziemlich impulsiver Mensch. Wenn ich in Rage bin, sprudelt es manchmal ungebremst aus mir heraus. Und auch wenn ich schnell wieder gute Laune bekomme, bleiben die Spuren meiner unbedachten Worte oft zurück. Ein kurzer Satz, ein falscher Ton, eine Spitze – und jemand anders trägt vielleicht noch lange daran. Beziehungen können durch Worte nicht nur gekränkt, sondern regelrecht „abgetötet“ werden. Nicht umsonst spricht man davon, jemanden „mundtot“ zu machen.

Doch Worte betreffen nicht nur andere. Sie formen auch mich selbst. Hast du schon einmal darüber nachgedacht? Dein Reden beeinflusst deine Haltung, dein Vertrauen, deine Entscheidungen – letztlich dein ganzes Leben.

Worauf du keinen Einfluss hast – und worauf schon
Wenn du morgens aufstehst, gibt es unzählige Dinge, die du nicht steuern kannst:

Du weißt nicht, wer dir heute über den Weg läuft.
Du weißt nicht, welche Nachrichten dich erreichen.
Du weißt nicht, welche Überraschungen oder Rechnungen im Briefkasten warten.
Aber eines liegt ganz in deiner Hand: Welche Worte heute deinen Mund verlassen. Sind es Worte, die Leben bringen – oder Worte, die Tod säen?

Gott sagt: Wählt das Leben!
In 5. Mose ruft Gott seinem Volk zu:
„Ich lege euch Leben und Tod vor … so wählt doch das Leben!“ (5. Mose 30,19 HfA)

Gott möchte, dass deine Worte Leben hervorbringen – für dich selbst, für deine Beziehungen, für deine Zukunft. Ich wage eine steile These: Deine Worte bestimmen ein gutes Stück, wie du lebst.

Sprichst du ständig negativ über dich oder andere, wirst du kein leichtes, fröhliches Leben führen. Dein Reden ist eng verbunden mit deinem Herzen – und dein Herz mit deiner Freude. Jesus sagt selbst: „Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund“ (Lukas 6,45).

Ein göttlicher Spiegel
Vielleicht stellt Gott uns manchmal dieselbe Frage, die meine Frau mir stellt:
„Du solltest dich mal reden hören! Hörst du dir eigentlich selber zu?“

Welche Worte bestimmst du über dich? „Ich kann das nicht. Ich bin nicht genug. Ich werde das nie schaffen.“ – Oder: „Ich bin geliebt. Gott hat einen Plan. Er wird mich durchtragen.“

Welche Worte bestimmst du über andere? „Der nervt. Die kriegt das eh nicht hin.“ – Oder: „Danke, Gott, dass du siehst, was ich nicht sehe. Segne sie, hilf mir, Geduld zu haben.“

Eine Entscheidung des Herzens
Am Ende läuft alles auf eine Entscheidung hinaus:

Willst du Worte sprechen, die Leben bringen – oder Worte, die Tod hinterlassen?
Willst du Gott mit deinem Reden ehren – auch wenn du wütend oder enttäuscht bist?
Du musst kein perfekter Redner sein. Aber du kannst bewusst wählen, wie du sprichst. Worte sind Samen. Was du heute aussprichst, wird morgen Frucht bringen – gute oder schlechte.

Darum: Achte auf deine Worte. Segne statt zu verfluchen. Baue auf statt niederzureißen. Sprich Leben – und du wirst selbst lebendiger werden.

Sei gesegnet!

„Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie formen deinen Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er bestimmt dein Schicksal“ (Weisheit zugeschrieben dem Talmud).

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