Wir treffen jeden Tag Entscheidungen. Kleine. Große. Lebensverändernde. Doch nach jeder Entscheidung kommt derselbe Moment: der erste Schritt. Und genau dort bleiben wir oft stehen. Denn tief in uns wissen wir: Wenn wir stehenbleiben, verändert sich nichts. Kein Wachstum. Keine Heilung. Keine Entwicklung.
Aber sobald wir losgehen, wird es riskant. Wir könnten scheitern. Fallen. Uns wehtun. Die falsche Entscheidung treffen. Also bleiben viele Menschen lieber dort, wo sie sind. Nicht weil es gut ist – sondern weil es bekannt ist.
Und trotzdem macht uns genau das oft unzufrieden. Denn wenn wir ehrlich sind, gibt es Bereiche in unserem Leben, die Veränderung brauchen. Charakterzüge. Beziehungen. Gewohnheiten. Unsere Arbeit. Unser Umgang mit Zeit. Vielleicht sogar unser Glaubensleben.
So ziehen oft zwei Kräfte gleichzeitig an uns: Die Angst vor Veränderung auf der einen Seite. Und die Unzufriedenheit mit dem Stillstand auf der anderen. Und manchmal kommt noch etwas Drittes dazu: Trägheit.
Angst ist eine der größten Blockaden unseres Lebens. Und ich glaube tatsächlich: Der Feind Gottes liebt ängstliche Christen. Denn wer aus Angst dauerhaft stehenbleibt, wird harmlos. Berechenbar. Leicht steuerbar.
Doch mitten hinein spricht Gott diese gewaltigen Worte zu Josua: „Ja, ich sage es noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.“ (Josua 1,9).
„Ich sage es noch einmal …“ Wie oft hat Gott Menschen schon ermutigt, loszugehen? Wie oft hat er gesagt: „Vertrau mir.“ „Mach den nächsten Schritt.“ „Geh durch die offene Tür.“ Und wie oft bleiben wir trotzdem stehen?
Ich habe im Laufe meines Lebens etwas gelernt: Mut entsteht nicht dadurch, dass Angst verschwindet. Mut entsteht dort, wo Vertrauen größer wird als Angst. Ich glaube nicht, dass Josua plötzlich keinerlei Angst mehr hatte. Warum sonst hätte Gott ihn immer wieder ermutigen müssen?
Und ehrlich gesagt: Gott hat mir selten gesagt: „Warte, bis du keine Angst mehr hast.“ Viel öfter hatte ich den Eindruck, er sagt: „Do it afraid“ (Tu es trotzdem.). Denn Mut bedeutet nicht die Abwesenheit von Angst. Mut bedeutet, den nächsten Schritt trotzdem zu gehen, weil du Gottes Zusagen vertraust.
Und meistens zeigt Gott nicht gleich den ganzen Weg. Sondern nur den nächsten Schritt. Vielleicht überfordert uns die Zukunft deshalb so oft, weil wir versuchen, zehn Schritte auf einmal zu sehen, obwohl Gott uns gerade nur Schritt Nummer eins zeigen möchte.
Jesus sagt nicht: „Sorgt euch um die nächsten fünf Jahre.“ Sondern: „Jeder Tag hat genug eigene Sorgen.“ Vielleicht reicht für heute genau das: Ein Schritt. Ein Gebet. Ein ehrliches Gespräch. Eine Entscheidung. Ein Anfang.
Denn Gott verspricht nicht, dass wir niemals Angst haben werden. Aber er verspricht, bei uns zu sein. Auch dann, wenn wir zittern. Auch dann, wenn wir zweifeln. Auch dann, wenn wir uns schwach fühlen.
Aber Freude, Heilung, Wachstum und Veränderung entstehen selten im Stillstand. Deshalb: Geh los. Vielleicht mit weichen Knien. Vielleicht unsicher. Vielleicht langsam. Aber geh.
Herausforderung für heute: In welchem Bereich deines Lebens weißt du eigentlich längst, dass ein nächster Schritt dran wäre? Bitte Gott heute um Mut. Nicht darum, dass jede Angst verschwindet – sondern dass dein Vertrauen größer wird als deine Angst.
Und dann: Do it afraid.
Sei gesegnet!
„Du musst nicht den ganzen Weg sehen, um den ersten Schritt zu gehen.“ – Martin Luther King Jr.


